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Rasputin
06.10.2004, 13:19
Hallölele

Ich habe da ein mittelprächtiges Problem mit meinem Kleinen. Wir üben fleissig für die BH-Prüfung. Bisher habe ich immer Futterfährten gelegt. In letzter Zeit nur noch ca. alle 10 Schritte oder so. Das hat auch super geklappt. Nun habe ich letzthin versucht, eine Fährte ganz ohne Wurststücke auszuarbeiten. Mein Jasko hat die Spur auch super aufgenommen und verfolgt. Das einzige Problem war, dass er fast galoppiert ist......! (Hat wohl die Wurst gesucht???)

Ich habe versucht, ihn zurück zu halten, kleine Vibrationen an der Leine und auch leichtes Zupfen. Leider hat nichts den gewünschten Erfolg gebracht. Er ist im Gegenteil einmal ohne Gegenstand ins Platz gegangen, als ich wohl etwas zu fest einwirkte.

Ich führe Jasko übrigens mit dem Brustgeschirr und mit den Wurststücklein ist das überhaupt kein Problem. Die anderen Fährtengeschirre sowie das "Die-Leine-zwischen-den-Beinen-durch" stören ihn gewaltig.

Kann mir jemand von euch einen Tipp geben, wie ich ihn langsamer kriege ohne dass er die Lust verliert?

Danke zum Voraus
Biggy

Maliner
06.10.2004, 13:23
STOPP!
Muss ich für die BH Fährten? *ratlosguck*
Hab ich was nicht mit bekommen? Oh oh. Mache im November die BH und Samson kann nicht mal ansatzweise fährten!
Es überkommt mich gerad eine kleine Panikattacke!

Rasputin
06.10.2004, 13:27
Hier bei uns in der Schweiz schon. Muss eine 150-Schritt-Eigenfährte legen mit einem Gegenstand am Ende! Ihr nicht? *neidischbin*

Maliner
06.10.2004, 13:37
Also soweit ich weiß, brauchst du bei uns nur die Leinenführigkeit, die Freifolge anschließend mit Gruppendurchquerung und dann noch ein Außenteil mit Joggern, Mopeds u.s.w. machen.
Von Fährten hat mir noch keiner was gesagt und die Prüfung steht im November! Meine Nachbarn haben mit ihrem Border auch keine Fährte legen müssen. Selbst geschossen wird bei uns in der BH nicht mehr. Erst ab VPG. Dann kommt auch das Fährten erst!

Nicole
06.10.2004, 13:39
Hallo Biggy,

meine Maus ist immer mit 180 über die Fährte gerauscht....ich führe sie am Fährtengeschirr und habe ihr eine Schleppleine, locker um den Bauch (hinten) "rumgespannt", habe nicht daran gezogen oder ähnliches. Sie ist von alleine langsamer geworden, da durch die 10 Meterleine doch ein kleiner Wiederstand von ihr bemerkt wurde. Ich hatte sie auch anfangs an einer kurzen Leine und bin fast neben ihr am Boden her gerobbt.
Vorsicht bei Rüden wegen der Hoden; nicht das sie sich irgendwie daran oder deswegen verletzten.
Mittlerweile klappt das ganz gut ohne der zusätzlichen Schleppleine.

Viel Spass beim Fährten
Nicole

@Maliner-Freund
nein, in Deutschland benötigtst Du für die BH keine Fährte, wir üben nämlich auch gerade. Eventuell schaffen wir es dann auch im November :D

Rasputin
06.10.2004, 13:39
Hy Nicole!

Danke für den Tipp. Werde ich heute gleich mal ausprobieren!

Lg Biggy

Lupo
06.10.2004, 13:41
Nein in Deutschland gibts keine Fährte bei der BH!

Langsamer bekommst du ihn nur in dem Du wieder ein paar Schritte zurückkgehst (in der Ausbildung) wieder mehr Futter. Mach ihm zusätzlich eine zweite Leine mit Kette oder Koralle dran, ein zweiter Mann/Frau die regulierend auf ihn einwirkt sobald er zu schnell wird, gib ihm dabei ein Komando zum langsam gehen ("Langsam"). Zeig ihm deutlich as richtig und was falsch ist. Selbst wenn er sich zwischendurch wegen Einwirkung hinlegt schickst du ihn ruhig mit "Such" weiter, geht er langsam genug "Braaav" Nicht überschwenglich loben sondern ihm signalisieren was gut und was nicht gut ist!

trueAngel
06.10.2004, 13:51
Nö,kann nur den anderen bestätigen ...Bei uns gibt es keine Fährte bei der BH!!!
Finde ich eigentlich auch sehr unsinnig-viele möchten ausser der BH nichts weiter machen!
Haufen Arbeit -ich schätze das schreckt noch mehr Menschen ab diesen Schritt zu tun.
Andererseits...schadet es keinem Hund nur ist nicht jeder vierbeiner dafür geschaffen.
Oder habt ihr bei euch zwei? ?( ?(

Aymie
06.10.2004, 20:54
@biggy

hallo, kennst du die schweizer halterprüfung? finde ich persönlich wesentlich sinnvoller als die bh. wie viele mit bravour bestandene bh hunde habe ich schon ins training bekommen, da ausserhalb des platzes nichts funktioniert hat. die schweizer halterprüfung macht da weit mehr sinn, da wird nicht am platz gearbeitet und wenn dein hund und du diese bestanden habt, dann hat man wirklich was bestanden.
in deutschland kann ja mittlerweile fast jeder die bh ablegen, ich persönlich finde diese prüfung völlig am sinn vorbei. (obwohl ich aus deutschland bin)
wenn dein hund in der fährte zu schnell wird, wie hier schon erwähnt wurde, mache dir kleinste teilziele. gehe wieder back to basic, dein hund hat anscheinend da noch irgendwas nicht richtig verknüpft. step by step, dann wirst du es auch schaffen.
viele grüsse
lydia

Rasputin
06.10.2004, 21:16
Danke für die vielen Tipps und Anregungen.

Habe heute im Training keine Fährte machen können. Werde aber es baldmöglichst versuchen. Werde dann über die Erfolge berichten.....!

Die Halterprüfung ist bei uns nur im Ansatz reglementiert. Jeder der will kann so was anbieten. Es gibt (noch) keine gesetzlichen Grundlagen für eine solche Prüfung. Und so gibt es auch dabei bessere und schlechtere Systeme.

Hans Schlegel hat so ziemlich als erster in der Schweiz über eine solche Prüfung geredet und dürfte damit auch recht Geld verdienen. Nun, ich bin keine Verfechterin von ihm als Hundetrainer, aber anscheinend macht er seine Sache ganz gut.....?

Die Schweiz ist, was die Hundehaltung angeht, ein sehr offenes und freies Land. Leinenzwang kennen wir nur an sehr wenigen Orten und Maulkörbe sind (so viel ich weiss) nirgends und für keine Rasse (auch nicht für SoKa's) Pflicht.

Ich denke die BH-Prüfung, die in der Schweiz absolviert wird, verlangt ein intensives Training und ist m.E. nicht schlechter als eine Halterprüfung. Es kommt immer darauf an, wie konsequent man ausserhalb des Platzes ist. Die BH-Prüfung war bei uns noch nie mit Schuss. Aber die verlangten Disziplinen zeigen m.E. doch ganz gut auf, ob ein Hund gut ausgebildet ist oder nicht.

Nun denn, wünsche allen einen schönen Abend.

Gruss
Biggy

Thara1880
08.10.2004, 00:03
Hallo,
ich kann das Buch von Manfred Müller: Der leistungsstarke Fährtenhund wirklich sehr empfehlen!!
Lieben Gruß Thara, auch lange Zeit hinterhergeflogen :-)

vardenfall
08.10.2004, 00:20
Hio

Wie hast Du die Leckerlis abgebaut? Zu sagen, heute lege ich mal nur alle 5 Schritte bringt nichts. Der Hund kapiert das sofort und rast dann immer 5 Schritte weit zum nächsten Leckerbissen.
Die ersten Fährten sollten wirklich in JEDEM Fußabdruck ein Leckerli haben, am besten kleingeschnittene Wurst, die riecht stärker als Trockenleckerlis. Das ist mühsam, zahlt sich aber aus. Dann ganz langsam abbauen. Nur mal hin-und wieder 2-3 Schritte ohne Wurst belegen, den Rest der Fährte weiterhin JEDEN Fußabdruck mit einem kleinen Stück Wurst belegen. Also auch innerhalb der Fährte die Leckerlis variieren und hin- und wieder wie schon in Beiträgen vorher beschrieben immer mal wieder einige Schritte zurückgehen. Der Hund darf niemals Regelmäßigkeiten erkennen, sonst sucht er nicht jeden Abdruck konsequent ab und hat speziell bei den Richtungswechslen Schwierigkeiten.
Wie immer zahlt sich auch hier Konsequenz und Ausdauer aus!! :)

Gruß :pfote:

Rasputin
08.10.2004, 13:37
Hy

Das mit dem Abbau der Wurststücke habe ich genau so gemacht, wie du es beschrieben hast, vardenfall. Das hat auch ganz gut funktioniert bis letzthin. Vermutlich habe ich einen zu grossen Schritt gemacht vom "es-hat-noch-welche" zum "da-ist-nix-mehr". Werde jetzt mal mit zwei Leinen und vereinzelten Wurststücklein arbeiten. Mal sehen, ob es so klappt.

Biggy

vardenfall
08.10.2004, 19:39
Wirklcih gaaaanz langsam abbauen und wenn es nicht mehr funzt, 3 Schritte zurück!!!!
Ganz ohne Leckerlis mache ich grad 1-2 mal im Jahr, danach aber sofort wieder massig Wurst! :such:

Rasputin
09.10.2004, 16:55
Hallihallo

Habe gestern noch eine Spur mit Jasko gemacht. Wieder alle 5 - 7 Schritte 2 - 3 Wurststücke und mit insgesamt 3 Gegenständen. Also eine "einfachere" Fährte für Jasko, damit ich die für mich neue Art ausprobieren konnte, ohne mich allzu sehr auf mögliche Fehler von Jasko konzentrieren zu müssen.

Ich habe es nun so gemacht, dass ich die Fährtenleine wie üblich am Brustgeschirr angemacht habe. Eine zweite "Korrekturleine" machte ich am Halsband fest. Um den Bauch bzw. um die Lende geht bei Jasko einfach nicht. Das stört ihn dermassen, dass er kaum zum Suchen kommt. Er dreht sich immer zur Seite, sobald er da was spürt. (Komischerweise nicht in der UO wenn ich mit der Lendenleine arbeite ?( ) Naja...

Hat dann auch ganz gut funktioniert, die Koordination der beiden Leinen funktionierte erstaundlich gut. Habe nur einmal einwirken müssen, als er auf einem "leeren" Stück schneller wurde. Hat ihn kurz irritiert und auf mein feines "suuuuuch" gleich wieder die Nase nach unten genommen.

Wirklich super Tipps von euch. Danke, danke, danke! Ich denke so bekommen wir die Fährte doch noch in den Griff, irgendwann auch ohne Wurst und ohne die vielen Gegenstände.

Nochmals danke!

Biggy

vardenfall
09.10.2004, 18:35
Hi Biggy

Super, das es klappt! :) Werd aber nicht zu ehrgeizig und trainiere immer wieder mit viel Futter. Ganz ohne sollte nur in Ausnahmefällen sein, bei Wettkämpfen etc. oder mal zum testen. Ansonsten wird Dein Hund sehr schnell die Lust verlieren, weil ihm gehts ja nicht um die Spur, sondern um die Wurst :]

Ich nehm die Leine ganz normal übers Halsband, führe sie aber unter einer Vorderpfote durch. Ist dann so ähnlich wie bei den Suchgeschirren, die die Öse an der Seite haben. Außerdem kapiert der Hund in der Lernphase dann bei leichten Ruck, daß er vor einem Gegenstand abliegen soll, weil ja die Leine nach unten zieht. Manche Fährter führen die Leine sogar noch durch die Hinterpfoten, was meiner aber nicht mag - versteh ich auch :))

Gruß:pfote:

Rasputin
10.10.2004, 11:41
Hy vardenfall

Werde es sicher so machen. War auch nur eine "Übungsfährte" wegen der BH-Prüfung.

Irgend wann wird mein Kleiner auch ohne Wurststücke die Fährten gerne machen...... spätestens dann, wenn er das erste Mal in einem Ernsteinsatz einen Erfolg (sprich Täter-Kontakt) hatte.

Ich kenne einige Hunde, die ganz eifrig suchen ohne Futter..... :D

Werde sicher in nächster Zeit nur mit Futter arbeiten, damit keine Langeweile aufkommt. Ein oder zwei Wochen vor der Prüfung dann eine volsltändig leere Spur und wieder mit Wurst.

Wird schon klappen!

Biggy

vardenfall
10.10.2004, 19:46
Stimmt, ich vergaß die Hundis, die überhaupt nicht auf Leckerlis stehen. Da solls Hunde geben, denen muß man Tennisbälle auf der Fährte vergraben oder Schleppfährten machen. Zum glück steht meiner auf Wurst :D

Schwedin
18.10.2004, 20:59
Hi Vardenfall!

"Ansonsten wird dein Hund ganz schnell die Lust verlieren, weil ihm geht's ja nicht um die Spur, sondern um die Wurst"

Ich habe anfangs auch viel mit Leckerlis gearbeitet, finde ich auch gut, aber dass dein Hund nur wegen der Wurst fährtet, verstehe ich nicht ?( Mein Ruede fährtet nicht wegen der Wurst. Ihm macht das Fährten so viel Spass. Nun ist es hier ja etwas anders als bei euch.

Ich glaube, dass du undere Hunde da etwas unterschätzt ;) Die meisten Hunde fährten aus Vergnuegen am Fährten, jedenfalls bei uns muss ich dazusagen ;)

Schwedin

vardenfall
18.10.2004, 21:08
Hi Schwedin

Natürlich fährtet mein Hund hervorragend ganz gerne auch mal einer anderen Fährte nach, nur heißt das dann i.d.R. am Ende als Belohnung Hase oder Katze, und genau das möchte ich nicht :)) ...also mach ich auf Wurst :) Das hat dann auch den Vorteil, daß er auf einer gelegten Fährte nicht plötzlich in Richtung Hasefährte abweicht:such:

Gruß :pfote:

Schwedin
18.10.2004, 21:23
Hi Vardenfall!

Als waschechter Malinois hat mein Hund natuerlich auch ein grosses Wildinteresse, das man ich Schach halten muss ;)

Ich glaube kaum, dass er eine Menschenfährte vor einer Wildfährte bevorzugen wuerde, wenn er nur wegen Leckerchen fährten wuerde. Das Fährten von Menschenfährten wurde bestärkt und das Fährten von Wild ist nicht erwuenscht. Er liebt das Fährten, ist dieses Jahr in die höchste Klasse hier aufgestiegen und er hat gelernt, dass Menschenfährten zum Erfolg fuehren :)

Gruesse

Schwedin

vardenfall
19.10.2004, 19:53
Hi Schwedin

Vermutlich gilt hier dasselbe wie überall in der Hundeerziehung. Jeder Hund ist anders und es gibt 100 000 Wege nach Rom :))
Meinem Mali ist es ........egal, ob das Wildfährten erwünscht ist, ich muß ihm mit Wurst bestechen. Bei Fährten ohne Leckerlis geht die Nase zwar hin- und wieder kurz in Richtung kreuzende Wildfährte, aber dann sofort zurück auf die Menschenfährte, weil da ja noch was Gutes zum Fressen liegen könnte :] Natürlich gibts zum Schluß dann massig was zum futtern :)) Aber im Enddeffekt ist das ja doch das, was du erklärt hast. Die Menschenfährte wird durch Fressen belohnt, die Wildfährte bringt ihm nichts. :such:

Malinois
17.11.2004, 21:39
Hi ,
Fährtenarbeit ist die anspruchsvollste und schwierigste Arbeit überhaupt.
Meine Meinung jedenfalls.
Für den Hund bedeutet es eine Fährte in gleichmäßiger Geschwindigkeit mit ,,Nase unten" sauber auszuarbeiten und Gegenstände zuverweisen.
Bei schlechter Witterung kommt noch das unliebsame verweisen im Nass dazu. Führerhilfen an der 10m Leine sind auch schlecht möglich ;) ;)

Für den Hundeführer heißt es viel Zeit , Geduld und Ausdauer zu investieren. Fährte legen , ablaufen bei jedem Wetter, machen wir uns nichts vor, wer macht das gerne :D
Eventuell,je nach Ausbildungsstufe braucht man einen Helfer,der eine saubere Fremdfährte legen kann.
Nur sollte ein Hund gut in der Fährtenarbeit vorbereitet sein und einen guten Punktstand erreicht haben, gibt es dem Hundeführer viel Selbstvertrauen,das sich bei den weiteren Prüfungen auch auf den Hund überträgt.
Wie schon geschrieben wurde , reagiert bzw. spricht jeder Hund auf Futter und Leckerchen anders an.
Ich selbst , würde nur mit soviel Futter arbeiten , wie unbedingt nötig. Anfangs etwas mehr,was ich wenn der Hund sicher die Fährte ausarbeitet immer weiter reduzieren würde,bis auf null. Selbstverständlich hat nach Abschluß einer Arbeit immer eine Belohnung zu stehen, aber das kann auch eine andere Bestätigung sein und bei ganz hervorragenden Leistungen vom Hund eventuell eine Kombination von Lob und Leckerchen , ,,eventuell im Bett schlafen :D :D"
Wichtig ist ein sauberes Ausarbeiten der Fährte. Hat der Hund das verstanden,ist es egal wann die Belohnung erfolgt. Zu Beginn natürlich ganz klar , mehr Futter . Langsamer würde ich ihn mit anspruchsvolleren und schwierigen Fährten machen. Spitze Winkel , Halbkreise und Verleitungen als Beispiele. Fingerspitzen gefühl muß man haben, der Hund muß immer Erfolg haben und bei Unsauberheiten die Anforderungen sofort zurückschrauben. Den Hund nicht überfordern , williges suchen und Freude an der Arbeit aber fördern .

Gruß Malinois

AIKA
18.11.2004, 03:59
machen wir uns nichts vor, wer macht das gerne

Wir!

Aber Fährten ist mehr als erfolgsorientiert einer Futterspur zu folgen.
Die Fährtenarbeit, die wir von unseren Hunden verlangen ist eine "Unterordnungsarbeit". Wie bei fast allen Gebieten gehört nicht nur ausschießlich die direkte Motivation zu den Triebfedern, sondern auch die Indirekte und der Zwang. Futter ist also eine willkommene Hilfe, aber nicht das Maß der Dinge.
Korrektes Fährten ist auch ohne Leckerchen möglich!


P.S.: Was ist eine saubere Fremdfährte? ;)

Malinois
18.11.2004, 16:35
Original von AIKA
[
P.S.: Was ist eine saubere Fremdfährte? ;)

Hm , fragst Du im ernst ? ;)
Natürlich eine korrekt nach Prüfungsbestimmungen oder mit Absprache des Hundeführers nach den jeweiligen Ausbildungs-und Leistungsstandes abgesprochene Fährte durch einen anderen als den Hundeführer.
Ich denke mal,daß ,,sauber" hat dich irritiert , sicherlich ist korrekt die bessere Wahl.
Bei FH braucht man z.b. eine Fremdfährte und zusätzlich eine Verleitung durch einen weiteren Helfer. Du weißt das sicherlich,oder Arbeitest Du in einen anderen Bereich?

Gruß Malinois

AIKA
18.11.2004, 17:29
Irritiert hat es mich weil in deinem vorigen Text stand:


braucht man einen Helfer,der eine saubere Fremdfährte legen kann.

Das hört sich irgendwie so an als sei es eine hohe Kunst eine Fährte zu legen.;)

Gibt es echt Menschen, die das nach kurzer Absprache nicht schaffen?
Ansonsten arbeiten wir im gleichen Bereich, wobei ich nur selten Übungsfährten nach PO legen lasse. Meist sind sie sogar bewust etwas "unsauber" gelegt.

Malinois
18.11.2004, 18:09
@ Aika
so ist es , es ist eine hohe Kunst . Ich würde nicht unterscheiden ob es eine Übungsfährte oder eine Prüfungsfährte ist.
Eben mal einen Schenkel machen ein paar Wurststückchen auslegen und einen schnorrigen Winkel , ne ne .

Als Fährtenleger hast du Verantwortung und der HF ein Recht drauf eine saubere Fährte geliefert zu bekommen. Du hast deine gelegte Fährte genaustens zu kennen und bei Nachfragen von HF oder Leistungsrichter,den genauen Verlauf zu zeigen.
Ich meine hier keine Sichtspur in 15 cm hohen Gras.
Ich bereite mich sorgfältigst auf meine gelegten Prüfungsfährten vor. Bin genauso Glücklich ,über bestandene Prüfungen,wie der HF.

Nun von jemanden unerfahrenden , mit Fehlern behaftete Fährte abzusuchen,kann unter Umständen zu einschleichenden Fehlern führen.(Übungsfährte)

Unnötig in meinen Augen und schwer zu korrigieren.

Gruß Malinois

Malinois
18.11.2004, 21:47
nur noch als Anmerkung:
wenn wir über Fremdfährte schreiben, ist der Hund natürlich kein Anfänger mehr und mein letzter Beitrag ist nicht auf erlernen der Fährtenarbeit bezogen.

Ich hatte schon mal den Fall,wo ein Hund voll in die Verleitung gerauscht ist. Über die zulässige Länge. Dann muß ich als Fährtenleger den LR aufmerksam machen und dieser gegebenenfalls auf Info vom Fährtenleger abbrechen. Stell Dir mal vor der Fährtenleger irrt und kann den Weitergang bzw. den nächsten Gegenstand nicht finden. Peinlich, unsportlich und reine schlamperei.

Gruß Malinois

AIKA
19.11.2004, 00:23
Ja, ich meine auch Hunde die "fährten können".
Aber ich unterscheide da sehr wohl Prüfungs- und Übungsfährten. Die Übungsfährte ist um Längen schwieriger.
Was die Prüfungssituation angeht, so hast du sicherlich recht und der FL muß seine Fährte genau kennen und sie gemäß der PO legen.
Eine Übungsfährte sieht aber unter Umständen völlig anders aus und es ist mir wurscht ob der FL sie überhaupt wiederfindet. Hauptsache ich weiß wo genau er langgegangen ist. Das schaue ich mir natürlich sehr genau an und präge es mir ein. Legen könnte sie auch meine Oma (wenn sie denn noch leben würde).
Wichtig ist mir bei einer Übungsfährte, das sie nicht an ein Schema gebunden ist. So sind die Schenkel nicht unbedingt gerade (Schlangenlinien sind Gold für das Erlernen echter Fährtenarbeit), Winkel mal sehr spitz mal äußerst stumpf, der Untergrund wechselnd, die Schritte wirklich von normaler Länge, die Gegenstände liegen gelegendlich unter etwas Laub (Gras, Heu, Erde o.ä.) und auch schon mal einige Zentimeter neben der "Spur".
Ich fährte auch in gemäßigten Hundeauslaufgebieten, über gut genutze Wege, über Kaninchenbauten und kleine Bäche. Liegezeit, Länge, Anzahl der Winkel und Gegenstände haben so gut wie nichts mehr mit der PO zu tun und können diese um ein Vielfaches übertreffen. Nur Eines ist selten - Futter auf der Fährte.
Kommt man dann auf eine "saubere" Fährte sucht der Hund aber aus Gewohnheit genauso intensiv wie gewohnt. Zumindest wenn man ihn nicht zu oft auf eine PO Fährte ansetzt.

malisportler
19.11.2004, 00:32
Original von Malinois
@ Aika
Du hast deine gelegte Fährte genaustens zu kennen und bei Nachfragen von HF oder Leistungsrichter,den genauen Verlauf zu zeigen.
Gruß Malinois



da irrst du,der hf hat kein recht darauf.
gruß enrico

Maliner
19.11.2004, 00:38
Wo wir nun mal gerade zwei spezis da haben: ;)
Wie un Himmels willen kann ich eine Fährte falsch legen? Ich habe mit Aragon jetzt langsam angefangen, weil ich merke, dass er total drauf steht.
Ich gehe momentan auf die Felder, weil ich da meine eigenen Spuren noch erkennen kann. Bin noch blutiger Anfänger! :D
Ich gehe zur Zeit noch geradeaus und lege unregelmäßig mal ein Leckerchen alle 3-4 Schritte in den Abdruck. Dann lasse ich die Fährte etwa 15 Min "ziehen" Und dann läuft Aragon innerhalb weniger Augenblicke die mühselig gelegte Fährte ab. Er läuft mit seinen kanpp 18 Wochen schon 80 SAchritt-Fährten einwandfrei (meiner Meinung nach).
Unabhängig davon bringe ich ihm schon bei, sich vor einen Fährtengegestand zu legen.

AIKA
19.11.2004, 01:26
Wie um Himmels willen kann ich eine Fährte falsch legen?

In dem du ihn unter- oder überforderst oder in dem du ihm durch deine Art der Fährte ein ungünstiges Suchverhalten angewöhnst. "Falsch" ist also sehr häufig relativ.


Ich gehe momentan auf die Felder, weil ich da meine eigenen Spuren noch erkennen kann.

Diese Art der Fährte ist für dich natürlich sehr praktisch, nur birgt sie die Gefahr, daß sich auch der Hund an den sichtbaren Trittsiegeln orientiert. Merke dir lieber den genauen Verlauf auf andere Weise und übe auf nicht sichtbaren Fährten weiter. Also auf anderem Untergrund.


Ich gehe zurzeit noch geradeaus

Auch das kann (sogar noch häufiger) zu einer Gewohnheitsorientierten Suchweise führen. Dein Hund weiß sehr schnell, daß sich die Objekte seiner Begierde auf einer Geraden befinden. Da er aber die Nase (und möglichst nur die) nutzen soll sind weiche Schlangenlinien und Bögen sinnvoller.



Und dann läuft Aragon innerhalb weniger Augenblicke die mühselig gelegte Fährte ab.

Das ist der Punkt an dem du ansetzen solltest. Hektik ist der Fährte größter Feind. Schließlich soll der Hund mit tiefer Nase, ruhig und konzentriert suchen. Das zu erreichen ist meiner Meinung nach der Wichtigste aber auch schwierigste Faktor. Der Rest kommt durch Erfahrung.
Leider kann man zur Fährtenruhe kaum allgemeingültige Tipps geben. Hunde sind einfach zu individuell.
Vielleicht nur so viel:
Eine Stimmung überträgt sich auf Dauer vom HF zum HD.
Zu einfache Bedingungen (Gerade, stark riechendes Futter,...) fördern die Eile.
Hunde neigen zum Opportunismus. Vermeide möglichst solche Situationen wenn dein Hund entsprechend reagiert.



Unabhängig davon bringe ich ihm schon bei, sich vor einen Fährtengegestand zu legen.

Genauso ist es richtig!
Wie fast überall macht es auch hier Sinn in Teilbereichen zu üben.
Achte darauf, daß nicht allein die optische Erscheinung mit dem Abliegen verknüpft wird, sondern auch der Geruch (in diesem Fall deiner).
Nutze also unterschiedliche Gegenstände, die extrem nach dir riechen. Filz, Baumwolle, poröses Holz und einige synthetische Textilien nehmen Gerüche besonders gut auf. Trage sie an geeigneten Stellen wiederholt und lange am Körper. Vorsicht sie sollen nach dir "stinken" nicht nach Deo o.ä.
Ich weiß das ist nicht leicht... :D


Viel Erfolg

Christian

Kiki
19.11.2004, 11:19
Hallo zusammen,

auch ich habe während meiner 9-jährigen FH-Arbeit sehr wohl zwischen Prüfungs- u. Übungsfährte unterschieden.

Die Übungsfährte wurden von erfahrenen - ebenfalls FHler - gelegt, sehr exakt und v i e l schwerer als die Prüfungsfährten, vor allem keine "Standardfährten" nach Schema. Wechselndes Gelände - wohlverstanden beim Üben - Acker/Wald/Wiese (baumlos). Der Fährtenleger wusste immer sehr genau wo's lang geht und ich konnte mich als Hf auf ihn verlassen. Natürlich habe ich ihm auch die Fremdfährte gelegt - und ich glaube da ist auch der springende Punkt, nämlich dass man als Hf auch selber sehr oft für die anderen die Fährte legt - man lernt dabei unheimlich viel, vor allem exakt legen!

Natürlich muss die Fährt entsprechend dem Ausbildungsstand des Hundes gelegt werden, den Hund f o r d e r n aber n i c h t überfordern, das führt zu faseln und Ungenauigkeit.

Griessli

Kiki

Schwedin
20.11.2004, 14:00
Hallo!

Finde es auch wichtig mit Variation! Wenn ich nur unsere schwedischen 1500m-Waldfährten trainieren wuerde, dann wuerde der Herr Q sicher anfangen, seeehr schlampig zu arbeiten :D

Wäre ja auch langweilig, wenn man nur exakt wie auf der Pruefung trainieren wuerde, oder ;) Es macht Spass neue Dinge zu testen und vor allem sich weiterentwickeln!

Schwedin