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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nochmal zum (Un)Sinn der Borreliose-Impfung



Darcy
25.03.2006, 17:08
Zitat Karin Kirchgeßner, Tierärztin, Berlin:
als praktizierende Tierärztin halte ich die Borrelioseimpfung für so
empfehlenswert, daß ich meinen eigenen Hund nicht impfen würde, wenn mir
jemand noch 100€ dafür geben würde. Ca. 10% der in Deutschland vorkommenden
Borrelioseerreger sind diejenigen, gegen die der Impfstoff schützt
(Borrelia burgdorferi sensi strictu). Die Kreuzprotektivität gegen die
anderen beiden, die ebenfalls Borreliose auslösen, ist nachweislich nicht
gegeben. Dazu mehren sich die Hinweise, daß die Impfung starke
Nebenwirkungen in Form von Arthritiden auslösen kann. Außerdem ist im Falle
einer Infektion mit einem der anderen beiden pathogenen "Sorten" die
Diagnostik erschwert (Antikörpertiter aufgrund einer Impfung oder der
Erkrankung?). So weit mein Kenntnisstand nach Besuch einer Fortbildung mit
Frau Hartmann, Prof. für Infektionskrankheiten an der Uni München, am Anfang
dieses Jahres.

Mein Rat an meine Klienten ist ein anständiger Zeckenschutz, zumal die
Auwaldzecke, die die Babesiose überträgt, in Berlin und Umgebung im letzten
Jahr massiv aufgetreten ist. Dank meiner Funny habe ich sehr schöne
Exemplare zur Ansicht in der Praxis... .
Zudem sollen Hundebesitzer in der Zeckenzeit bei plötzlich auftretendem
Fieber einen Blutausstrich zur Untersuchung auf Babesia canis machen lassen,
da bei schneller Therapie die hohe Sterblichkeitsrate einer Babesiose
deutlich gesenkt werden kann (Auskunft von Prof. Schein, Parasitologe Uni
Berlin).

Zusatz Prof. Dr. Roland Friedrich, Virologie, Universität Gießen:
Wobei ich noch dazu sagen möchte, dass weit über 95% der Hunde sowieso
resistent gegen eine Borreliose sind und es keineswegs gesichert ist,
dass die restlichen paar Prozent der Hunde durch den Impfstoff
geschützt werden. Entsprechende Versuche des Herstellers fehlen, wie
dieser mir gegenüber zugegeben hat.
Zu den Nebenwirkungen:
Mir wurden darüber hinaus mehrfach, z.T. sehr schwere epileptische
Anfälle unmittelbar nach der Impfung gemeldet, nicht nur von
Hundebesitzern, sondern auch von Tierärzten.

Zitate mit freundlicher Genehmigung der Autoren.