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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gegenstände, oh-je



monesmax
06.07.2006, 20:43
Hallo an alle Fährter,

ich glaube bei meinem 3-jährigen Mechel bahnt sich ein weiteres Problem an. Er ist hypernervös und reagiert sich an den Gegenständen nach dem Verweisen normalerweise mit Grasfressen oder Fangen von Insekten ( ab und an auch auf der Fährte) ab. Neuerdings macht er aber auch vor den Gegenständen nicht halt und nimmt sie auf.
Wie bekomme ich Ruhe in die Fährte und mache ihm klar, dass er die Gegenstände in Ruhe zu lassen hat?

Damit er nicht losstürmt setze ich ihn schräg zum Ansatz, da er offensichtlich gelernt hat, dass es geradeaus geht. Ich unterstütze den Ansatz wieder mit Futter und halte ihn eine Weile, trotzdem braucht er gute 50m um ein weing Ruhe zu finden. Futter läßte er liegen, Gegenstände nimmt er war, überläuft den ersten jedoch oft und erinnert sich dann im Vorbeilaufen und verweist dann doch noch. Und ich mache dann großes Hundewälzen, um an den Gegenstand zu kommen.

Ich lege nun schon Fährten mit 10 Gegenständen in kurzen Abständen, um die Geschwindigkeit rauszunehmen. Desweiteren lege ich kaum noch Geraden sondern immer neue Bögen und Winkel.

Richtig, oder habt ihr andere Vorschläge?

PS. Das ist mein erster Hund, den ich ausbilde!!!

Rasputin
06.07.2006, 21:16
Hy

1. zum Überlaufen der Gegenstände:

Am allerwichtigsten ist, dass DU weisst, wo die Gegenstände sind. Dann darfst du diese durch den Hund einfach nicht überlaufen lassen.....!

Leg dir ca. 50cm von der Fährte entfernt, genau auf der Höhe des Gegenstandes etwas hin (ich habe farbige Steine, die sind tief genug, dass der Hund sie nicht sieht und farbig genug, dass ich sie sehe.... :D). Kommt der Hund zum Gegenstand bremse ihn aus. Entweder bis er den Gegenstand selber bemerkt - oder wenn er im ersten Moment nicht weiter weiss, gib ihm ein ruhiges Kommando. Und dann natürlich bestätigen. Lob, Futter, was auch immer.

Entsprechend darfst du natürlich nicht 10m hinter dem Hund sein. Ich bin bei Übungsfährten nie weiter als 2-3 m hinter dem Hund. Ich will ja korriegieren können!!!!!


2. zum Aufnehmen der Gegenstände

Ich habe das bei meinem so gemacht:

Verweisfährte gelegt (Gerade Strecke und alle 2m einen Gegenstand), Hund ganz kurz gehalten (direkt hinter den Beinen) und in der freien Hand ein Haselnussstrauch (so einer mit schönen grossen, weichen Blättern).

Hund angesetzt (braucht ev. etwas Kraft, wenn er nach vorne stürmt) und wenn er den ersten Gegenstand berührt eins über den Kopf mit dem Strauch. Das tut nicht weh sondern erschrickt ihn nur! Sofort wenn er den Gegenstand loslässt: Looooooooooben!


3. zum Hetzen über die Spur

Da hat es schon ganz viele gute Tipps hier im Forum. Lies dich mal durch. Ich habe bei meinem Mali den besten Erfolg gehabt, indem ich die Leine durch die Hände "stottern" liess. Das hat ihn dermassen irritiert, dass er automatisch langsamer wurde.....!



Ich würde auf alle Fälle die Spur und die Gegenstände vorerst mal wieder trennen. Dann etwas Geschwindigkeit aus der Fährte nehmen und nebenbei die Gegenstände aufbauen. Wenn beides für sich wieder klappt, kannst du die beiden Elemente wieder zusammenbauen!


Gruss, Biggy

monesmax
06.07.2006, 21:28
Hallo,

Danke für den Rat,

ich trenne ja Färte und Gegenstände schon. Doch in Anbetracht des momentanen Wetters und des Dienstes komme ich nicht viel zum Fährten. Meine Beobachtungen machte ich blöderweise genau in den Jahresprüfungsvorbereitungen.

Während des Trainings befinde ich mich max 3 Meter hinter dem Hund. Ich gestehe meinen Fehler ein, dass ich am Gegenstand, den er ja offensichtlich wahrnimmt, abwarte, ob er selbständig verweist. Da kommt mein Kommando dann logischerweise zu spät und er verweist nicht mehr, sondern folgt nur meinem Komando. Aber da fehlt mir wohl die Erfahrung.

Wenn ich mein Sensibelchen mit der Leine bremse, quitiert er das umgehend mit Nebeninteressen. ( Insekten)

Das mit dem Ästchen ist eine gute Idee, ich befürchte nur, dass er merken wird, dass der Schreck von mir kommt und er wird mich "fressen" oder den Ast. Aber einen Versuch ist es wert. Ich habe bisher immer ein Kettenhalsband oder Schlüsselbund fallen gelassen. War für den Moment ok. Dann fing er an, die Gegenstände auf dem Stöberfeld aufzunehmen und da kann ich nicht in seiner Nähe sein. Bei ihm scheinen es Übersprunghandlungen zu sein, die auch nicht ständig auftreten.

Ich werde wohl 6-8 Schritte zurück gehen müssen und ihm wieder zeigen, was Fähreten heißt.
Das Kuriose ist nur, das er im Einsatz supersauber fährtet und verweist.

Kann er denn zwischen Übung und Ernst unterscheiden????

Fuzzi
06.07.2006, 21:32
Original von monesmax
Hallo an alle Fährter,

ich glaube bei meinem 3-jährigen Mechel bahnt sich ein weiteres Problem an. Er ist hypernervös und reagiert sich an den Gegenständen nach dem Verweisen normalerweise mit Grasfressen oder Fangen von Insekten ( ab und an auch auf der Fährte) ab. Neuerdings macht er aber auch vor den Gegenständen nicht halt und nimmt sie auf.
Wie bekomme ich Ruhe in die Fährte und mache ihm klar, dass er die Gegenstände in Ruhe zu lassen hat?

wo bist Du denn, wenn er all das tut? Ich kniee immer direkt vor dem Hund am Gegenstand und füttere ihn.



Damit er nicht losstürmt setze ich ihn schräg zum Ansatz, da er offensichtlich gelernt hat, dass es geradeaus geht. Ich unterstütze den Ansatz wieder mit Futter und halte ihn eine Weile, trotzdem braucht er gute 50m um ein weing Ruhe zu finden.

mach´ nach einigen Schritten nach dem Abgang gleich Bögen, Schlangenlinien und Winkel. Das wird ihn langsamer machen.



Futter läßte er liegen, Gegenstände nimmt er war, überläuft den ersten jedoch oft und erinnert sich dann im Vorbeilaufen und verweist dann doch noch. Und ich mache dann großes Hundewälzen, um an den Gegenstand zu kommen.


welches Futter verwendest Du denn? Nimm etwas besonders Leckeres! Leber z.B. fressen alle Hunde gern.
Aber auch hier wieder die Frage: wo bist Du denn, daß der Hund vorbeilaufen kann? ?(


Gruß Iris

monesmax
06.07.2006, 21:40
Hi,

selbst wenn ich nur 3m hinter ihm bin, hat er die Teile im Maul bevor ich da bin. Aber wie gesagt ist es für ihn normal, dass er nebenbei Gras frißt oder nach Insekten schnappt. Ein kurzes "laß das" bringt in zumindest während des Suchens wieder zurück. Doch bei den Gegenständen, insbesondere auf dem Stöberfeld hört er erst damit auf, wenn ich direkt vor ihm stehe, denn dann gibt es ja was.
Max kaut auch nicht auf den Gegenständen herum oder hält sie, er nimmt sie nur kurz auf und läßt sie sofort wieder fallen. Dann dreht er seinen, enorm langen, Hals in meine Richtung, als wenn nichts gewesen währe.
Da den richtigen Moment abzupassen ist sehr schwierig

Fuzzi
06.07.2006, 21:51
3m sind schon zuviel... ;)

Supermali
07.07.2006, 10:22
Hi Simone,


Original von monesmax
Dann dreht er seinen, enorm langen, Hals in meine Richtung, als wenn nichts gewesen währe.

So wie auf deinem Avatar =)?

Ich tippe auf einen Konflikt am Gegenstand, der vermutlich beim Aufbauen des Verweisens entstanden ist. Wie hast du ihm das Verweisen beigebracht?

Wie schon beschrieben solltest du jetzt unmittelbar hinter dem Hund stehen, um (subtil) einwirken zu können. Fährtenarbeit ist eine sehr sensible Situation für den Hund, deshalb braucht er nur sanfte Korrektur oder auch Lob, möglichst nur verbal. Als Gegenstände würde ich dir jetzt kleine geschlossene Tupper empfehlen, gefüllt mit einer kleinen Portion Katzenfutter oder was er sonst sehr mag. Sobald er das Gefäss verweist, gehst du breitbeinig über ihn hinweg (nicht neben ihn, damit er sich später nicht nach dem Verweisen zu dir abdreht) und öffnest das Gefäss. Dann gehst du wieder ruhig zurück, nimmst die Leine auf und Kommando "Such". Tupper auf keinen Fall liegenlassen sondern einpacken.

Wie du auch schreibst würde ich in dieser Phase auf keinen Fall Fährten, wenn es so heiss ist. Übrigens Fährten ist eine absolute Fleissarbeit. Fortschritte kommen erst mit der Quantität der abgelaufenen Fährten. Hier haben viele Hundeführer das grösste Problem (mich eingeschlossen :D)


Gruss Thomas

monesmax
07.07.2006, 10:32
Noch näher ist bisher nicht gutgegangen. Dann sucht er nicht mehr sondern orientiert sich nur nach hinten. Er hat seinen Sicherheitsabstand, selbst zu mir. Fühlt er sich bedrängt, geht er ins meiden und wird extrem übellaunig. Ich weiß, das muß wohl eine Sache der Bindung sein, das höre ich von mien Kollegen ständig. Doch so einfach ist das leider nicht. Ich kann ihn ja nicht fragen, was ihn stört.

Beim Anbahnen letztes Jahr war ich direkt neben meinem Hund und habe ihm Tapse für Tapse gezeigt. Mit Futter und allem, was dazugehört. Er liebt ja Fleischwurst. Da dachte ich noch, er lernt es nie. Doch er suchte erst richtig frei, als ich hinter ihm war. Von da an gab es nie Probleme.

Ich kann leider nicht sagen, was mit dem Hund vor meiner Zeit angestellt wurde. Er kahm aus Holland und war schon vorgebildet. Leider gibt es keine Kontakte zu seinen Ausbildern und ich erlebe ständig neue Überraschungen und kann mir mit meinem begrenzten Hundeverstand nicht immer erklären, was die Ursache sein kann.

eros
07.07.2006, 10:39
Original von monesmax
Noch näher ist bisher nicht gutgegangen. Dann sucht er nicht mehr sondern orientiert sich nur nach hinten. Er hat seinen Sicherheitsabstand, selbst zu mir. Fühlt er sich bedrängt, geht er ins meiden und wird extrem übellaunig.

Hi, tritt dieses Problem des Abstandes zu Dir nur beim Fährten oder auch generell auf?

monesmax
07.07.2006, 10:42
Hi, Thomas,

gut, dass du meinen Hund nicht kennst. Aber woher auch. Ich würde nicht im Traum daran denken, über meinen Hund zu laufen, außer ich brauche mal 6 Wochen Pause.

Die Gegenstände wurden sehr sensibel mit Filmdöschen und Futter angebahnt. Erst Finden, dann Platz, dann Futter. Ging hervorragend und hat er schnell kapiert. Dann Futterdosen und Gegenstände gelegt und dann nur noch Gegenstände und Lobfutter aus der Hand beim Aufnehmen der Gegenstände.

Wie gesagt, bis zum April lief es hervorragend. Dann pünktlich zur Prüfung macht er so einen Mist. Ist er nervös (abgelenkt) oder dauert die Suche (Stöberfeld) zu lange, reagiert er sich schneller mal ab. Er zeigt dies ja auch nicht bei jedem Gegenstand.

Supermali
07.07.2006, 10:44
Wie lange ist Max schon bei dir? Wo ist er, wenn du nicht arbeitest? Ich tippe schwer auch auf fehlende Bindung und vor allem Vertrauen zu dir. Wenn das tatsächlich so ist, würde ich das Training im Moment sein lassen und mit dem Hund mal so richtig auf gegenseitiges Kennenlernen machen.


Gruss Thomas

monesmax
07.07.2006, 10:50
Seinen Sicherheitsabstand hat er generell gehabt. Zu mir, zum Helfer eigendlich zu allem. Selbst bei der Unterordnung habe ich lange gebraucht, bis er nahe bei mir blieb. Das änderte sich sofort in der Gruppe und beim Schuß. Das haben wir aber hinbekommen. Doch wenn er die Möglichkeit hat, ist er weg.
Ich habe ihn nur einmal gezeigt, was ich von ihm erwarte und er hat es konsequent quittiert - aua. Seitdem ist Burgfrieden, aber ich denke, das ist nicht der Grund für die Sache mit den Gegenständen - oder doch?

Supermali
07.07.2006, 10:50
Original von monesmax
Ich würde nicht im Traum daran denken, über meinen Hund zu laufen, außer ich brauche mal 6 Wochen Pause.

Simone, das halte ich eigentlich für das grössere Problem, das es zuerst zu lösen gilt. Du kannst doch nicht mit einem Hund arbeiten, der dich noch völlig nicht versteht und so stark meidet.


Gruss Thomas

monesmax
07.07.2006, 10:55
Mein Süßer ist sein Februar letzen Jahres bei mir. Wenn wir nicht arbeiten und das ist eigendlich immer, ist er auf meinem Hof im Zwinger. Ich nehme ihn aber überall hin mit. Ich gönne ihm auch seine Zeit mit anderen Hunden im Garten. Zu ihm hat auch kein anderes Familienmitglied gesteigerten Kontakt. Er weiß, wer dazugehört aber Beschäftigung und Futter erhält er von mir.

Ich habe ihn mir auch nicht ausgesucht. Er wurde zwar in meinem Beisein angeschafft und überprüft, aber nach dem Motto, der ist gut und hier hast du ihn.

Bei Spielen ist er sehr anhänglich und kuscheln kann er, sag ich euch. Aber beim Arbeiten verhält er sich eben etwas anders.

Croqi
07.07.2006, 11:49
Hallo Simone,

wie die anderen schon sagten, ich denke, Ihr beiden habt ein Bindungsproblem das auf jeden Fall zuerst geklärt werden sollte.
Hinzu kommt natürlich die Frage, was ist mit Deinem Hund passiert, bevor er zu Dir kam.

Wie ist der Hund "bekleidet" beim Fährten? Stachel, normals Halsband, Geschirr?
Bei meinem Sascha hatte ich ein Fährtenproblem beim Üben (mit Stachel). Der hat kaum einen Schritt gesucht, bis mir auffiel, dass er an den Prf. absolut sicher suchte. Ich liess beim Üben den Stachel weg, das Problem war gelöst.

Mit Croq gabs ein ähnliches Prob, seitdem er am Geschirr sucht, ist er entspannt und sicher.

Die anderen haben ja schon gesagt, keine Geraden mehr, viel Schlangenlinien/Winkel etc., ggf. auch Geländewechsel mit reinnehmen. Allerdings ists bei dem Wetter nötig, dass Du keine zu langen Fährten legst.
Kommt der Hund an die Gegenstände würde ich sofort - ohne abzuwarten!! - "Platz" sagen. Nimmt er den Ggst. auf, ein ruhiges sachliches Nein. Irgendwie muss er vertrauen zu Dir bekommen, das ihm meiner Meinung nach fehlt.

Solltest also keine Hektik o.ä. auf der Fährte verbreiten. Konsequent, aber nicht stressen.

Bin aber eigentlich auch etwas verwundert, dass der Hund so lange braucht, um sich umzustellen.

Viel Glück,
Sabina

eros
07.07.2006, 12:24
Hi monemax,
nachdem was du geschildert hast würde ich jetzt auch erstmal das Arbeiten sein lassen und erstmal Vertrauen aufbauen. Was nützt es dir, wenn du nie sicher sein kannst, daß alles klappt, das eine Loch stopfst du, das andere tut sich auf. Denn eins dürfte ja dir auch klar sein, der Hund ist unsicher und für ihn geht noch keine Sicherheit von dir aus. Also, ich würde es so machen, wie Thomas es vorschlug.
LG und toi, toi, toi, ellen

Gaby
07.07.2006, 12:42
@Monesmax

meine Hündin hatte auch Probleme mit den Gegenständen, sowohl auf der Fährte und auch beim freien Stöbern. Und ein Tempo hat die auf der Fährte drauf....tststs...

Ich habe dann beides getrennt....und ihr erst mal gelernt, dass sie Gegenstände durch ein korrektes Platz zu verweisen hat und nicht aufzunehmen...also fürs Stöbern z.B. 6-8 Gegenstände auf der Wiese verteilt und sie mit nem Kommando losgeschickt...am Anfang in einem sehr kleinen Radius, damit ich sehe, wann sie am Gegenstand ist und dann mit einem deutlichen Platzkommando den Hund vor dem Gegenstand zum Abliegen gebracht...sofort hin, mit Lekker belohnt und weitersuchen lassen....hat nicht lange gedauert und sie hat das Platz mit dem "unmittelbar vor dem Gegenstand abliegen" verknüpft...und dabei war es egal, ob sie den Gegenstand am Anfang sieht oder nicht....es ging erst mal um das korrekte Verweisen!!!

Zudem war es am Anfang für mich einfacher, wenn ich den Gegenstand seh..damit sie keine Chance hat zu Überlaufen oder aufnehmen o.ä.

das korrekte Verweisen beim Stöbern hat sie dann auch auf der Fährte umgesetzt....und die Gegenstände korrekt verwiesen....das Tempo und das fahrige Suche ist zwar immer noch ein Problem, allerdings müssen wir da nicht mehr durch eine Prüfung durch...somit arbeite ich Fährtenmuffel da auch nicht mehr dran!!!

...das mit dem "hier hast du den Hund und gut" kenne ich zur Genüge, allerdings wird bei uns im Vorfeld schon ein bisschen geschaut, ob es passt bzw. passen könnte...denn es bringt keinem etwas, wenn man einen tollen DH hat, der aber nicht gut mit seinem HF zusammenarbeitet....ist vor allem im Ernstfall dann sehr schwer....bei meiner Hündin hat es geholfen, dass sie nicht im Zwinger war und auch viel Körperkontakt hatte.....die hatte Anfangs auch "extrem schwache Nerven" und neigte im SD und in der Praxis zu Übersprungshandlungen...

@ all

das Arbeiten sein lassen ist mit einem Diensthund leider nicht möglich, da der Hund eine jährliche Prüfung ablegen und auch bestehen muss...und der Hund gehört letztendlich dem Dienstherrn....und dieser entscheidet in letzter Instanz, was mit dem Hund zu tun oder zu lassen ist...einer der schon oft beschriebenen Nachteile eines DHF`s!!!


Grüße Gaby

eros
07.07.2006, 13:00
@Gaby,
ein DH ist doch aber genauso wie ein "normaler" Hund kein Roboter, wenn da tausend Löcher drin sind und er besteht mal eine Prüfung nicht, was ist denn dann? Grade bei einem DH muß doch die Bindung stimmen, ist vielleicht mal lebensnotwendig für den HF.
Gruß ellen

Gaby
07.07.2006, 13:07
@ Eros

das ist theoretisch schon richtig....aaaber.....wenn der Hund die Prüfung nicht besteht, kann er erst mal nicht als DH eingesetzt werden...und je nach Dienstherr wird er dann eben verkauft oder abgegeben....es geht hier leider in der Hauptsache um die Kosten für diesen Hund....und vom HF wird erwartet, dass er/sie an den Schwächen des Hudnes arbeitet...und wenns mit der Bindung nicht klappt, dann kann es dir passieren, dass der Hund einen Führerwechsel hat oder ganz ausgetauscht wird....und du als HF hast da leider fast nichts mitzureden....denn der Hund gehört dir nicht!!!

...ich spreche da aus leidvoller Erfahrung, da ich ja inzwischen im Mutterschutz bin und das selbe Problem hatte....ich werde mind. 2 Jahre zuhause bleiben und dann nur vorerst nur Halbtags Arbeiten gehen...und Halbtagshunde gibt es bei uns nicht!!! Es stand also im Raum, dass ich meine 5 jährige Diensthündin an einen anderen HF abgeben muss...abkaufen ging nicht und wäre finanziell auch nicht drin gewesen.....ein ausgebildeter DH hat so seinen Preis!!!

eros
07.07.2006, 13:18
Das nenne ich dann die "Schattenseiten" dieser "Berufung" :(
LG ellen

Gaby
07.07.2006, 13:26
@ Eros

tja, wie gesagt, es gibt nicht nur Sonnenseiten bei dem Job...auch wenn es toll ist, das Hobby mit dem Beruf vereinen zu können...du musst teilweise auch viele Einschränkungen hinnehmen, die Teilweise deiner persönlichen Einstellung zum Hund widersprechen...

...ich hatte übr Glück und kann meine "Dienstzicke" behalten...sie wurde zum 30.06.06 nach langem Hin und Her aufgrund ihrer Getreideallergie und ihren stressbedingten vegetativen Störungen aus Kostengründen Krankheitsbedingt ausgemustert....das hätte aber auch anders ausgehen können....da nimmt die Verwaltung leider keine Rücksicht auf persönliche Belange!!!

Grüße Gaby

taschbert
07.07.2006, 13:52
Das ist ja heftig..
So krass hatte ich mir das gar nicht vorgestellt mit euch DHfs und den Hunden die dem Dienstherren gehören und nicht euch.Und mal eben ausgewechselt werden....

Dachte immer die Hunde gehören EUCH.
Doch erst wenn sie in "Rente" gehen ?

puuh
da habt ihr zwei, bzw bald 6 ja Glück gehabt !!!!! :D

lg
Natascha

Croqi
07.07.2006, 16:10
Tja, das ist immer der Mist mit den Diensthunden.
Die Berliner Polizei hat jetzt (und ich hatte es damals schon bei meinem Eldi durchgesetzt), dass die DHF, die ihre eigenen Hunde mitbringen, diese auf jeden Fall wieder bei Ausscheiden aus der Dienststelle bzw. bei Nichteignung wieder zurück bekommen. Auch werden diese Hunde nicht mehr unter der Kollegen austauschbar sein.
Auch werden die Hunde im Pensionsalter den eigenen DHF wieder zurück gegeben - endlich!!!!!!!!!

Zu Deinem Bindungsprob mit Max hab ich mir mal so meine Gedanken gemacht: Vielleicht solltest Du ihn NICHT so viel überall mit hinnehmen.
Manchmal hilft ein bischen Vereinsamung die Bindung stärker werden zu lassen.

Versuchs einfach mal.

Grüssis,
Sabina

monesmax
07.07.2006, 18:38
Hi Sabina,

schön, daß du dich auch beteiligst. Das mit dem vereinsamen habe ich auf dem Grundlehrgang durch. 8h arbeiten, füttern, Zwinger. Nicht so doll. Da fing es ja an mit seinen Übergriffen. Ich muß dazusagen, dass wir 6 Hunde waren und alle in einen Sprinter stecketen, wenn wir aus dem Gelände fuhren. Mein Hund war jedesmal nicht er selbst, wenn er mit den anderen kläffenden Hunden eingesperrt wurde. Rein in die Box und so weit nach hinten, wie möglich. jedesmal beim rein- oder rausspringen wurde er angemacht und das hat er wohl nicht vertragen. Jetzt reagiert er auf andere Hunde mit hoher Aggressivität, nach dem Motto " Bevor du mir was tust, mach ich den Max" Ich konnte ihm in dieser Situation leider nicht helfen, da es keine Alternative gab. Zum Lehrgang hatten wir noch keine echte Bindung und es wurde danach auch nicht besser. Erst als ich anfing mich wie mit einem Kleinkind mit ihm zu beschäftigen, kahm er mir emotional näher. Er akzeptiert mich als Führer und Futtergeber, solange er es mag. Seine "Ausraster" sind zwar enorm weniger geworden, aber es ist ein langer Weg und sein Mißtrauen wird er wohl immer behalten.
Das mit dem Vertrauen wird auch nicht besser, wenn ich ihn jedesmal im Dienst in den Funkwagen "sperren" muß, wo auf der anderen Seite ein "ganz lieber Freund" sitzt. Das ist für mich und vor allem für Max immer eine Qual

Ein Führerwechsel wurde schon ins Auge gefaßt, Gott sei Dank ist man davon momentan wohl weg. Ich hab etwas an diesem Hund gefressen und mich reizt die Herrausforderung.

Die Prüfung für dieses Jahr haben wir in der Tasche, also bleiben mir mind. 12 Monate zum arbeiten und die möchte ich intensiv nutzen. Doch wo fange ich an. Denn wie schon richtig festgestellt, kläre ich eine Sache, zeigt er mir eine andere.

Croqi
08.07.2006, 10:21
Ich kenne diese Spielchen - haste eins im Griff, kommt das nächste.
Mit dieser Vereinsamung meinte ich auch nicht unbedingt die auf dem Lehrgang o.ä.
Was macht denn Max, wenn Du dienstfrei hast und ihn zu Hause lässt, um einzukaufen.
Freut er sich, wenn Du zurück kommst, oder hast Du ihn dann auch IMMER dabei?

Finde es total klasse, dass Du um den Hund kämpfst und nicht einfach sagst, Du nimmst nen anderen oder tauscht mit nem anderen DHF!!!!!!!!!!!! Glaube auch nicht, dass Max durch einen Führerwechsel dann ne bessere Bindung bekommt, irgendwann ist bei dem Hund auch mal ganz Schluss.

Herausforderungen habe ich auch immer geliebt, man wächst wirklich mit seinen Aufgaben.
Es ist nur manchmal schwer, und ab und zu verzweifelt man daran. ;(

Auf jeden Fall drück ich Dir die Daumen, dass Ihr beiden es schafft, wäre schade drum!!

Übrigens, wenn Du mal in der Nähe von Badingen bist mit Max, meld Dich doch mal, Käffchen gibts immer !!! Würde mich freuen.

L.G.,
Sabina

monesmax
08.07.2006, 13:24
He Sabina,

Danke für die Einladung. Komme ja viel rum, warum nicht auch mal in deine Nähe.

Wenn wir zu Hause sind und ich Max im Zwinger lasse ( es ist mir zu gefährlich ihn alleine auf dem Grundstück laufen zu lassen) macht er ein riesen Theater, wenn ich ohne ihn wegfahre. ( ist aber sofort wieder ruhig, wenn mein Auto um die Hausecke verschwindet)

Komme ich wieder, steht er im Zwinger, wedelt mit der Rute und springt dann wie angestochen herum. Er freut sich also schon, wenn er mich sieht. Laße ich ihn dann raus, springt er mich an und schnappt mir freudig in die Arme, begleitet von einer Mischung aus winseln, heulen und bellen. Erst dann geht er in den Garten. Nach dem Lösen sucht er sich irgendein Spielzeug und schleppt es mir an. Wir spielen etwas (Grundstück soll druckfreie Zone bleiben) und ich wende mich dann ab und beende das Spiel. Dann lasse ich meißt die Hündin dazu und sie toben, bis ich ihn wieder einsperre oder er wieder der Meinung ist, die Kaninchen meiner Tochter fressen zu wollen.

Ist er mit mir draußen, läuft er sich erst mal aus. Sieht er mich nicht mehr, scheint er sich doch zu erinnern, dass etwas fehlt und er sucht mich. Hat er mich entdeckt, kommt er angelaufen stößt mich kurz an und verschwindet wieder.

Heute morgen habe ich übrigens zwei Fährten gemacht. Etwa 50m, 8 Gegenstände. Den ersten Gegenstand mußte ich unterstützen, da er im Begriff war, diesen zu überlaufen ( weil er wieder zu unaufmerksam war). Alle anderen hat er super verwiesen und man staune, keinen einzigen aufgenommen. Wer soll aus diesem Hund schlau werden. Leider lag er oft schräg zur Fährte, was wohl daran lag, dass ich mehr oder weniger neben ihm lief. Ich habe dann die leine auf die andere Seite genommen und auch ich habe die Seiten gewechselt. Selbes Spiel. Das wird sich aber geben, wenn ich wieder hinter ihm laufen kann, denke ich!

Croqi
08.07.2006, 19:36
Huhu Simone,

hört sich doch prinzipiell sehr gut an.
Bindung scheint Mausepups ja zu haben ;).

Und das Fährten ist auch ok gewesen lt. Deiner Beschreibung.
Mal ganz ehrlich, ich würde gar keinen Wert im Moment drauf legen, ob er gerade oder schräg verweist. Wenn Max erstmal sicherer geworden ist, kannste das korrekte Verweisen vorsichtig versuchen zu korrigieren. Allerdings, wegen Schrägverweis ist noch keiner durch ne Prf. gefallen :).

Drück Dir die Daumen, dass Ihr beiden weiter bzw. noch besser harmoniert, dann klappts auch mit der nächsten Prf. und dem Dienstherrn.

Grüssis,
Sabina

michelle
11.07.2006, 12:21
Hey,

ein ähnliche Problem habe ich auch. Der Hund wurde lange auf die Gegenstände vorbereitet, alles hat gut geklappt und sie hat prima verwiesen.
Dann wurde sie läufig und bekam eine vereiterte Gebärmutter. Ob es damit zusammenhängt, weiß ich auch nicht, aber seit dem blieb sie immer am ersten Gegenstand stehen, wenn ich dann"Platz" sagte, legte sie sich und begann Gras zu fressen (hatte sie vorher nie getan!). Es sieht für mich auch nach Meiden aus.
Nun habe ich von einem erfahrenen Fährtenlehrer folgenden Tipp bekommen, der auch Nachteile hat. Ich vergrabe ein Filmdöschen und lege den Gegenstand genau darauf. Wenn Sie jetzt an den Gegenstand kommt und ich "Platz" sage, bin ich schnell bei Ihr und zeige Ihr das Döschen unter dem Gegenstand. Nach 2 Gegenständen hatte sie es kapiert und schwuppdiwupp schnalzte sie förmlich ins Platz.

Nachteil: Der Hund könnte an der Prüfung mit der Nase an den Gegenstand stoßen, weil er ein Döschen darunter vermutet. Also Punktabzug.

Vorteil: Der Hund überläuft keinen Gegenstand mehr und verweist schnell.
Also Prüfung bestanden.

Hier mußt Du abwägen, was Dir wichtiger ist. Ich habe mich für diese Variante entschieden, da sie so wieder Freude an den Gegenständen hat. Das eventuelle Anstoßen muss man über die Zeit natürlich stimmlich korrigieren.
Mir war jetzt erstmal die Freude und das somit freudige Verweisen wichtiger, denn das war einfach, aus welchem Grund auch immer, weg.

Viele Grüße Michelle

monesmax
11.07.2006, 17:39
hi Michelle,

danke für deine Unterstützung.

Ich glaube aber nicht, dass mein Hund meidet. Jedenfalls nicht die Gegenstände. Den ersten überläuft er, weil er zu stürmisch und abgelenkt ist. Die anderen verweist er ja, vorausgesetzt er nimmt sie war und hat nicht die Nase oben, weil er gerade eine Biene gehört hat.
Das Gras fressen sehe ich eher als Übersprunghandlung seiner Nerven. Mein Hauptproblem ist ja auch, dass er die Gegenstände kurz aufnimmt.
So, wie du beschreibst, habe ich die Gegenstandsarbeit angebahnt. Dass hat er sehr schnell verstanden und es ging auch alles gut. Er hat zügig verwiesen, außer bei seinen Lieblingsgegenständen nicht, da muß ich oft mit HZ unterstützen. Bis zur zweiten Prüfung, da fing er dann an, erstmal alles mit dem Maul zu testen.

Mone