Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schleppfährten - wie am besten
Gretchen
22.08.2006, 11:24
Oskar faselt auf der Fährte und ist ganz unruhig. Jetzt habe ich mir überlegt, die Fährte wieder kürzer zu machen und dann vielleicht um abzusichern zu schleppen. Frage an die erfahrenen Fährtler: wie mache ich das am besten mit der Schleppfährte, was denkt ihr wieviele Schritte ich machen soll (vorher 300 und 2 Gegenstände) und was nehmt ihr so als Futter?
Heike
Warum faselt er denn? Wie hast Du ihn aufgebaut? Wie bisher gearbeitet?
Gruß Iris
Hallo,
hatte auch das Problem das meine Dame besonders auf dem ersten Schenkel sehr fasselig war und die Nase oft hoch nahm, jedoch auf der Fährte blieb.
Wir hatten ja am letzten Wochenende ein Trainingslager mit Schwerpunkt Fährte und ich habe folgenden Tipp bekommen, der auch super funktioniert hat.
Wir hatten ihr zum ersten Mal eine Fremdfährte gelegt, also kein Eigengeruch des Hundeführers und es wurde ca. 20 Meter kein Futter gelegt, dann aber so ca. 5 Meter jeder Fusstritt ausgepflastert, genauso in den Winkeln. Also immer abwechselnd eine Strecke ohne Futter, dann wieder ganz intensive Bestätigung.
Hatte am letzten Tag des Trainings ein wirklich tolle Fährte hingelegt und richtig schön mit der Nase jeden Fusstritt abgesucht.
Der Weg ist das Ziel!
Mit Schleppfährte lernst Du dem Hund das oberflächliche Suchen. Er sucht somit den Geruch, der oberhalb des Ackers/Wiese liegt. Dieser breitet sich minütlich immer mehr aus! Somit lernt man seinem Hund das Stöbern und macht ihn automatisch auch schnell. Das ist Fährtenarbeit, wie es die Jäger brauchen und trainieren.
Wir wollen aber den Hund, der genau der Spur (Bodenzerstörung) folgt.
Wichtig ist, die Bestätigung kommt auf der Fährte, nicht am Ende. Fang von vorne an, leg in jeden Fußtritt Futter (Fleischwurst, o.ä.). Kleine Stücke, das er sich nicht lange beim fressen aufhält. Anschließend die Entfernungen, wie Klaus beschrieben hat, vergrößern. Immer anders, mal 20 Meter ohne Futter, dann wieder 5 Meter nur Futter, usw. Ändere auch den Abstand der Schritte, mal eng, mal weiter, mal "breitbeinig", mal jeden Schritt direkt hintereinander, usw. Niemals von einem Schema oder System abhängig machen.
Die Entfernung würde ich eher noch vergrößern, denn er soll ja auf dem Weg seine Bestätigung finden, nicht am Ende. Am Ende spielst Du einfach mit ihm.
Und Du gehst ganz langsam mit ca. 2 Meter Leinenlänge hinterher. Laß ihn nicht schnell werden, eventuell mal mit Leine durch die Beine versuchen.
Gretchen
22.08.2006, 16:51
Oskar ist zu hibbelig und ich habe bei jedem Mal das Gefühl als wenn es schlimmer wird. Ich habe mit 10 Schritten angefangen, in jeden Schritt ein Leckerlie/Wurst o.ä. das langsam ausgebaut bis auf 300 Schritt. Jetzt wird er hibbelig und sucht nicht mehr ruhig, obwohl ich am Gegenstand immer versuche ihn im Sitz ruhig zu halten und erstmal über den Körper streichel damit er wieder ruhig sucht. Die ersten Schritte sind gut, dann versucht er wieder, naja fast wie zu rennen und dann passiert es, dass er nicht mehr sauber sucht und die Leckerlies überläuft und faselt. Deshalb dachte ich dass mal Schleppfährte gut wäre um ihn überhaupt mal mit der Nase am Boden zu halten und die Spur zuverfolgen.
Heike
Welches Futter benutzt Du für´s Fährten?
Weiterhin würde ich ihn im Platz verweisen lassen, macht auch ruhiger als "Sitz".
Gruß Iris
Gretchen
23.08.2006, 07:21
Meistens nehmen ich Hundewurst, die ich bei einem Pferdemetzger kaufe oder von Vitakraft diese orange-eingepackte Wurst. Vielleicht sollte ich es aber mal mit Pansen probieren. Nimmt jemand Pansen von euch und wenn ja, wieviel etwa und wie wird der aufbewahrt oder gibt es den schon fertig?
Gretchen, wenn du Pansen nimmst wirst du ihn noch mehr zum zum rennen veranlassen. Pansen riecht so stark das er am Anfang schon riechen kann ob am Ende noch was liegt. Das wäre so als wenn man dir eine Fährte mit Döner legen würde. Nimm kleine Fleischwurststückchen, aus dem Kühlschrank. Nur wenn er wirklich suchen muß wird er die Nase unten haben und langsam gehen. Wenn er zu schnell ist überläuft er dir die Wurst. Dann, so wie Fuzzi schrieb, am Gegenstand Platz machen und ansonsten so wie Woma es erklärt hat. Wieviel Futter legst du noch bei deinen 300 Schritt? Weiterhin würde ich viele Winkel und mehrere Gegenstönde mit einbauen, das macht auch langsam. Der erste Winkel nach bereits 5 Meter wirkt auch oft!
@ Gretchen
Für mich hört sich das so an,als würde dein Hund Futter suchen und keine
Bodenverletzungen.
Mein Rat: Von vorne anfangen. In Quadraten und Rechtecken suchen lassen und wenn der Hund ruhig sucht, dann erst wieder auf Schritte (in Bögen und Schlangenlinien) überwechseln.
Als Futterbröckchen würde ich auf Trofu (Doko von Fressnapf) umsteigen, da dieses Futter nicht so intensiv richt.
Dany
Renate Krischer
23.08.2006, 10:29
Hi,
so wie Woma es erklärt hat, ist es der richtige Weg.
Wobei noch darauf hinzuweisen wäre, dass die Futterstücke auch ordentlich tief in den Fussstapfen liegen sollten, damit der Hund auch wirklich die Nase in die Tritte stecken muss.
Trenne vor allen Dingen die Gegenstände von der Fährte, höchstens am Schluss einen Gegenstand.
Die Gegenstände kannst Du separat üben, auf keinen Fall im Fährtengelände. Mache einfach irgendwo im Park oder auf einer anderen Wiese eine Gegenstandsstraße, also 10 Gegenstände hintereinander in kurzem Abstand (keine Fährte an sich legen), mit dem Hund an der Leine gehen, bei jedem Gegenstand ruhig und konzentriert ins Platz bringen ohne Hektik und mit Futter aus der Hand (darauf achten, dass die Hand nach unten zum Gegenstand geht beim Füttern), mehrfach immer wieder Bröckchen geben, nur ruhiges Loben keine hibbeliges "so ist fein" sondern mit ruhiger etwas tieferer Stimme "so ist brav", dann erst den Gegenstand hoch nehmen, wenn er ruhig liegt, erst dann geht's zum nächsten Gegenstand weiter.
Auf keinen Fall Schleppfährte. Und ganz wichtig: bleib selbst ruhig, wenn der Hund hibbelig wird, nicht laut werden und versuchen Deine Emotionen möglichst niedrig zu halten. Kein ständiges lass das und pfui oder nein, das ist absolutes Gift, weil man sich selbst in Streß hineinsteigert, welcher sich dann auf den Hund überträgt.
Gruß, Renate
Hallo Renate !
Im Grund geb ich dir und Woma recht.
Ich glaub aber das der Hund gar nicht richtig gelernt hat Trittverletzungen zu suchen, sondern Futter.
Gretchen sollte mal schildern wie sie den Hund von anfang an für die Fährte aufgebaut hat.
Ich glaube, das problem liegt im Aufbau. Da sollte man ansetzen und nicht am jetzigen Verhalten des Hundes.
Dany
Gretchen
23.08.2006, 15:41
Die erste Fährte hatte ich so gelegt: Abgang: zylinderförmig austreten, ein paar Leckerlies drauf, dann in jeden Schritt ein Leckerchen etwa 10-15 Schritte, dann habe ich die Schritte bis auf 50 erweitert, dann in jeden 2. Schritt ein leckerlie, bei 100 Schritten etwa dann ein Gegenstand, Sitz am Gegenstand, dann habe ich angefangen einen Winkel auszutreten und 2 Gegenstände zu legen, etwa in der Mitte und dann am Ende. In jeden 10. Schritt noch ein Leckerlie und am Ende vor dem Gegenstand sozusagen der Jackpott (viele Leckerchen).
Renate Krischer
23.08.2006, 16:39
Hi Gretchen,
Wie hast Du die Schritte gelegt, ganz nah aneinander, so dass es eher wie eine Straße war oder doch etwas mehr auseinander und relativ tiefe Stapfen am Anfang. Der Hund soll doch mit pendelnder Bewegung des Kopfes sich von Schritt zu Schritt arbeiten und jeweild die Nase reinstecken um das darin versteckte Leckerli zu finden. Könntest Du das noch mal näher die Art Deiner Fussstapfen beschreiben?
Gruß, Renate
taschbert
23.08.2006, 17:07
gretchen
fährtest DU schon länger oder gerade erst angefangen (wegen des gegenstandes)
gruss
natascha
Gretchen
23.08.2006, 17:17
Ich fährte ca. 1 Jahr aber eher unregelmäßig. Wollte jetzt wieder anfangen und mit Sicherheit haben sich auch einige Fehler und Schluderer bei mir eingeschlichen. Ich habe das Buch von Kufner und werde mich da auch nochmal reinlesen. Ich habe vor, nach der BH mit Oskar FH zu machen und mit Liese, da sie triebiger ist VPG. Ich habe nicht viel Möglichkeiten für Wiese, muss dann extra weiter anfahren und fährte deshalb viel auf Waldboden.
Heike
taschbert
23.08.2006, 17:37
Hey
dann kann ich mich nur den anderen anschliessen, dann war wohl eher im Aufbau etwas falsch.
Dann würde ich an euerer Stelle so arbeten wie Renate es beschrieben hat.
ich persönlich finde die Gegnstände auf der Fährte besser wenn der hund WIRKLICH sucht und nicht auch noch davon abgelenkt wird.
DAS sehen aber sicher einige anders...
ciao
yellow-wolf
23.08.2006, 18:57
hi gretchen,
Original von Gretchen
Ich fährte ca. 1 Jahr aber eher unregelmäßig. Wollte jetzt wieder anfangen und mit Sicherheit haben sich auch einige Fehler und Schluderer bei mir eingeschlichen.
da ist doch schon dein eigentliches problem, denn fährtenarbeit ist fleissarbeit! ;)
Original von Gretchen
Ich habe das Buch von Kufner und werde mich da auch nochmal reinlesen.
von der alten kufner-methode kann ich dir nur abraten. diese methode beinhaltet nämlich die beute-suche, d.h. der hund sucht von beginn bis zum gegenstand ohne futter. das problem wird dann die geschwindigkeit sein.
selbst kufner hat mittlerweile eingesehen, dass diese methode nicht das gelbe vom ei ist und hat umgeschwenkt auf's futter-fährten... ;)
ich empfehle dir deshalb die dildei-methode. wie sie angewandt wird haben meine vorschreiber bereits erwähnt.
Original von Gretchen
Ich habe nicht viel Möglichkeiten für Wiese, muss dann extra weiter anfahren und fährte deshalb viel auf Waldboden.
um einen hund in der fährte nach dildei aufzubauen, solltest du ausschliesslich auf weichem ackerboden fährten.
gruss,
heike & co.
Der Fährtenaufbau an sich hat schon gepasst Gretchen, ich denke der Fehler ist hier passiert:
dann in jeden 2. Schritt ein leckerlie,
In jeden 10. Schritt noch ein Leckerlie
Dein Hund konnte /kann zu sehr vorraussehen wann Futter kommt und hat schnell rausbekommen, das es sich für sie zwischendrin nicht lohnt. Somit hat sie natürlich auch raus zu rasen.
Also back to the roots und dann immer die Abstände variieren, mal kürzer, auch mal längere Abstände, aber nie gleich. Und v.a. auch immer mal Serien legen mit 3-5 Schritten in Folge, damit der Hund wieder in den Suchrythmus li-re kommt.
Der Rest ist Fleissarbeit.
Waldboden ist für einen Anfänger sicher nicht gut geeignet, nicht weil der Hund nichts findet, sondern weil Du als HF sehr schlecht Deine eigenen Tritte siehst und kontrollieren kannst ob er jeden Schritt li und re sucht oder ober er überrennt. Daher ist schon Wiese oder Acker besser.
um einen hund in der fährte nach dildei aufzubauen, solltest du ausschliesslich auf weichem ackerboden fährten
Tja das ist mein Grundproblem: wir haben nie solche Äcker, dann dürfte ich nie suchen...daher lernen es unsere Hunde eben auf Wiese, das geht genauso...
tschau juschka
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