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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anfängerfrage



lokicora
11.09.2006, 08:52
Hallo Ihr Lieben !

Wahrscheinlich ist das eine typische "Anfängerfrage" :

Wie und wann sollte man das Verweisen beginnen ? Meine Cora und Ich sind im Fährten absolute Beginner ;-) Sie such inzwischen sicher Kreise, Schlangenlinien und Gerade ab. Zur Zeit fange ich mit dem Winkeltraining an, sieht bisher auch gut aus.
Im Verein sagen alle erstmal das bis zum erbrechen üben, und dann erst das Verweisen einbauen....Was meint Ihr dazu und wie genau fangt Ihr das an ?
Ps. .: Platz beherrscht sie schon aus dem FF

yellow-wolf
11.09.2006, 10:47
hi sandra,

als erstes mal ein paar fragen, damit man sich ein besseres bild machen kann..

wie alt ist deine hündin und wie hast du das fährten aufgebaut?

legst du noch futter aus?

wie beendest du die fährte?

hab hier mal eine aussage meinerseits kopiert, damit ich es nicht nochmal tippen muss:



ich baue gegenstände von anfang an mit auf der fährte ein.

mit den welpis beginne ich so in der 8. oder 9. woche mit der nasenarbeit.
ich fange im einfachen und ruhigen acker an. ich trete eine noch relativ kurze spur und lege in jedem fusstapfen ein stück wurst in die tiefste stelle des trittes. am ende kommt ein etwas tieferer tritt und darin packe ich eine handvoll wurst. direkt dahinter lege ich eine socke oder einen handschuh. kommt jetzt mein welpi ans ende der fährte an und frisst sein depot, begebe ich mich in aller seelenruhe vor meinen hund und setze mich quasi vor ihm in die hocke. hat er aufgefressen gebe ich ihm ein kommando fürs hinlegen. jetzt liegt er direkt vor dem gegenstand und ich füttere ihn in dieser position noch eine ganze weile indem ich immer ein - zwei stückchen futter auf den gegenstand für ihn lege.

die welpis lernen das total schnell und legen sich bereits nach dem dritten mal selbständig hin, wenn sie das depot leergefressen haben. indem ich mich vor dem hund stelle während er frisst, lerne ich ihm direkt das gerade hinlegen, da er sich ja nicht umgucken muss, wo ich mit dem futter bleibe =)

christian
11.09.2006, 13:27
hi heike,

gut zu wissen. werde ich jetz auch so machen.
bin nämlich auch noch nicht viel weiter als sandra

Labi1
11.09.2006, 20:01
Hallo zusammen ,


Ich habe den Welpen auf die Bodenverletzung trainiert , indem ich ein
Quadrat von ca. 1m² getreten habe.
In dieses Quadrat verteilt man jetzt die Futterration des Hundes.
Darauf achten , das zum Quadrat keine " Spur" führt ,d.h. großer Schritt ,
oder von einer anderen Seite herantreten.

Den Hund an das Quadrat führen (leichte 1m Leine) und mit dem HZ "Such"
sein Futter suchen lassen.
( mit dem Finger auf das Futter deuten)

Der Welpe wird das Futter aufnehmen und dabei lobt man den Hund mit
motivierender Stimme " fein such".
Sollte der junge Hund plötzlich außerhalb des Quadrates suchen , so wird
er nicht sofort korregiert , in der Regel findet er allein zurück , wenn er
merkt , da liegt nichts.
Dann ist natürlich ein dickes Lob fällig (natürlich sofort).:D
So gebe ich meinem Hund die Möglichkeit sich selbst zu korregieren , was
mir im weiteren Verlauf der Ausbildung sehr helfen wird im Bezug auf
Selbstsicherheit , Vertrauen HF , Vertrauen in die eigene Leistung , die
Fähigkeit zur Problemlösung.

Wenn der Hund nicht selbstständig zurückfindet , kein Problem , dann
ganz leicht an der Leine zurückführen , dann natürlich Lob ,fein such.
Beim nächsten mal macht er das auch von selbst.

Ganz wichtig : bevor der Welpe das ganze Futter gefunden hat , den Hund
aus dem Quadrat führen.

Der Hund darf nicht suchen , ohne etwas zu finden!
Das ganze kann der HF auch mit einem HZ belegen , z.b. " fertig"

Hat den Vorteil das der Hund von Anfang an lernt , das der HF die
Fährtenarbeit beendet.:cool:
Das funktioniert super und ist völlig stress und zwangsfrei.

GS habe ich auch schon früh eingebaut , aber das macht auch jeder anders und ist auch vom Hund abhängig.

LG Andreas

chomali
11.09.2006, 20:15
Hi :)

ich habe Chosie das Verweisen ausserhalb der Fährte gelernt, als Sie absolut sicher das Kommando Platz konnte.
Auf einer geraden Strecke im Hof oder Ähnlich wurden verschiedene Gegenstände gelegt im Abstand von etwa 5 bis 7 Metern.
Ich führte sie zum Gegenstand und sagte Platz wobei ich Sie dann für korrektes Ausführen sofort mit Futter bestätigte.
So ging es dann von Gegenstand zu Gegenstand.
Nach einiger Zeit machte ich das Gleiche in einer Wiese und verband SUCHEN mit Gegenstand.
Meine Hündin verweist absolut sicher und stressfrei, wobei ich überzeugt bin das die Gegenstände auch direkt auf der Fährte gelehrt werden können. Mein damaliger Ausbilder war eben von dieser Methode überzeugt, und es hat auch super geklappt.

Gruß von Heike :)

yellow-wolf
11.09.2006, 20:59
hi andreas,

die frage des themenstarters lautete:


Wie und wann sollte man das Verweisen beginnen ?


du hast zwar ausführlich erklärt, wie du mit der sucharbeit beginnst.....
aber zum thema "verweisen" schreibst du nur folgenden satz:


GS habe ich auch schon früh eingebaut , aber das macht auch jeder anders und ist auch vom Hund abhängig.


vielleicht schreibst du hierzu noch etwas ausführlicher, dann ist dein tread für den themenstarter hilfreicher... ;)

Woma
11.09.2006, 23:36
@lokicora
Die entscheidende Frage ist wie sicher sucht Dein Hund bereits. Dein Hund sollte zielstrebig und motiviert suchen. Ich habe z.B. schon ca. FH-Fährtenlängen gesucht, bevor ich mit Gegenstände angefangen habe.

Wenn Dein Hund Probleme beim suchen zeigt, d.h. Du mußt ihn als Beispiel noch teilweise helfen, dann solltest Du die Gegenstände zunächst weglassen.

Vielleicht solltest Du uns erstmal wirklich erzählen wie alt Dein Hund ist und vor allem wieviel Fährten er gesucht hat.

lokicora
12.09.2006, 18:42
Hallo, erstmal Danke für die zahlreichen Antworten.
Also, Cora ist jezt zwei Jahre alt, ich habe sie aber erst mit ca 10 Monaten bekommen. Mit dem Fährten angefangen habe ich erst vor wenigen Monaten.
Ich muß dazu sagen, dass ich vorher noch nie in einem Verein war, und mich weder mit SD noch mit Fährten beschäftigt habe. Cora kam als nicht erziehbar und "Angstaggressiv" zu mir. Sie ist weder das eine noch das andere. Nachdem wir erstmal "die wichtigen Sachen", hinter uns gebracht haben, habe ich schnell gemerkt das ich diesen Hund nicht mit Gassi gehen und allem was mir sonst so einfiel auslasten konnte.
Deswegen der Verein ;-)
Angefangen habe ich mit dem Suchen nach Anweisung der Trainerin. Auf einem frisch gepflügten Acker, Anfangs ca. 30 - 40 Schritte geradeaus, in jeden Tritt Futter. Soooo. Da fingen die Probleme schon an, denn die Frau kennt nur B0xer, DSH und Rotti ;-) : Cora hatte nach 10 Schritten den Dreh raus und dachte sich Sch*** auf die paar Krümel in den Tritten wenn doch am Schluß der Jackpott liegt. Und ab gings mit 180 Sachen - aber schön auf der Spur entlang.
Die Probleme habe ich dann gelöst indem ich eben nicht geradeaus gelegt hab, sondern erstmal Kreise, Quadrate, Schlangenlinien und Cora den Jackpott absolut nicht sehen konnte. Wie gesagt sucht sie jetzt auch auf längeren Geraden ( Ca. 300 - 400 Schritte ) ruhig und sehr konzentriert.
Futter liegt nur noch ganz selten im Tritt. Seit einer Woche üben wir nun auch die Winkel, das klappt bisher auch ganz gut.
Nur möchte ich mich ehrlich gesagt nicht so ganz auf die Ausage der Trainerin verlassen. Ihrer Meinung nach wäre es noch zu früh das Verweisen einzubauen...Ich denke fast schon das es zu spät sein könnte.
Ich hoffe die Infos helfen euch weiter und ich bekomme noch ein paar gute Tips.
Danke und Grüße von Sandra

Woma
12.09.2006, 23:06
Sandra,
das hört sich schon mal ganz gut an.
Allerdings bin ich kein Freund von diesen Schlangenlinien, alle paar Meter Winkel und ähnlichem Gedöns.

Wenn Du später mal z.B. die FH suchen willst gibt es sowas auch nicht. Sondern im Gegenteil, eher ganz ganz lange Geraden (FH 2).

DER WEG IST DAS ZIEL!

Das heißt, die Belohnung kommt unterwegs, nicht am Ende. Und zwar von Beginn an. Somit gibst du dem Hund gar nicht die Möglichkeit zum Stürmen (Stöbern).

Winkel gehören ab der ersten Fährte darein.

2 Jahre ist sicherlich schon ein ordentliches Alter. Allerdings wissen wir immernoch nicht, wieviel Fährten Du schon gesucht hast.

Sollte Dein Hund aber schon eine gewisse Fährtensicherheit haben, beginne ruhig mit den Gegenständen.

Ich mache das so:

Fährtenlänge ca. 1.000 Schritt (mußt du natürlich erst langsam steigern und der Hund "muß" bis zum Ende konzentriert suchen). Auf dieser Länge ca. 5-7 Gegenstände. Leinenlänge 3-4 Meter. Futter auf jeden Gegenstand. Am Gegenstand angekommen ein normales Hörzeichen Platz. Darauf achten, das der Hund erst liegt und dann frißt, damit er auch direkt fürs legen belohnt wird.
Unsicherheiten die auftreten können und werden, ignorierst Du einfach.

lokicora
13.09.2006, 08:35
Also, ich komm grade schwer ins Grübeln ob das "Konzept" von unserer Trainerin so dolle ist.....;-)
@Woma : Cora hat bisher ungefähr 40 Fährten gesucht ( Die gaaaanz kleinen am Anfang nicht mitgerechnet ), das liegt auch daran, das vom Verein aus nur ein - bis zweimal die Woche gesucht wird. Und das ich mich erst seit kurzem alleine traue ( Wollte nix falsch machen ).


Auf jeden Fall habt Ihr mir schon super weitergeholfen ! Vielen Dank an alle.
( Bin natürlich nicht undankbar, wenn noch mehr Tips kommen :-))

eros
13.09.2006, 12:05
@woma,
mit meinem Streuner (Bandit) habe ich erst angefangen zu suchen, als er mindestens 3 oder 4 Jahre alt war, vorher kannte ich ihn ja nicht :D . Bei unserer Trainerin kam schon auf der allerersten Fährte ein paar Schritte vor Ende ein GS hin. Ein Jahr später habe ich mit ihm die FH 1 gemacht. Also ich denke, mit einem fürs Suchen talentierten Hund ist das Alter, wenn man anfängt, nicht so relevant, es sei denn, man hat ihn schon als Welpen.

@Lokicora
am Anfang finde ich es besser, täglich zu suchen, damit der Spatz verinnerlicht, was er eigentlich soll.
LG

Labi1
13.09.2006, 23:40
@ Heike

Du hast Recht:o


@ Sandra


Ab ca. der 20. Fährte ( wenn der Hund weiß , was er auf der Fährte zu tun hat , ist von Hund zu Hund verschieden) , einen GS am Schluß.

HZ Platz und Futtergabe von vorne auf den GS.

Ohne Zwang mit Motivation , kann man auch außerhalb der Fährte üben.
GS hinlegen , wenn der Hund sich davor ablegt , Belohnung.
Ein Problem könnte auftreten , wenn der Hund Schwierigkeiten hat das
erlernte Verhalten am GS außerhalb der Fährte dann auf die Fährte zu
übertragen.(Probleme beim Generalisieren)

Ist bei meiner Hündin so passiert , das schlimmste was man jetzt machen
kann , ist , den Hund am GS auf der Fährte zu strafen.
Der Fehler liegt bei mir , ich war nicht in der Lage meinem Hund verständlich zu machen , was ich von ihm erwarte.

Was hilft, ist ruhig zu bleiben ,die GS nur auf der Fährte einzubauen und
die GS müssen attraktiv für den Hund sein.

Fährtenarbeit ist Fleissarbeit und die GS ganz besonders.

Meine Bekannte : Malinoishündin 6 J. alt , mehrmals VPG 3 , IPO 3 ,hat
angefangen GS zu überlaufen.
GS waren nie ganz sicher bei der Hündin , sie hat nach meiner Meinung ein
Problem mit dem Druck , den die HF bei dem Aufbau der GS der Hündin
gegenüber aufgebaut hat.
So etwas kann sich zu einem Teufelskreis entwickeln.

Auf der Fährte , beim Training , an den GS kann man verschiedene Dinge
ausprobieren , um zu prüfen , welche Methode zum Erfolg führt.

Wenn das in entspannter Atmosphäre , in fairer Art und Weise geschiet ,
ist das überhaupt kein Problem , damit macht man sich nichts kaputt.:cool:


Viel Erfolg Andreas