Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fütterung nach Mogens Eliasen
Rammstein
12.01.2007, 00:32
Ich lese mich gerade in die Materie ein, die ich eigentlich für sehr interessant halte. Wer füttert seinen Hund schon dementsprechend? Wie sind eure Erfahrungen?
Hey Gaby,
kannst du mal eine kurze Zusammenfassung geben, worum es da geht? Habe noch gar nichts davon gehört!
Ni Nadine!
Im Gras fressen (http://www.malinois-forum.de/forum/showthread.php?t=16531) Thread wurde das mal in Kurzform erklärt.
Erfahrungen damit habe ich keine. Aber die Art und Weise so zu füttern entspricht dem, wir der Canide auch in der Natur fressen würde...
Rammstein
12.01.2007, 11:44
Ich habe die Erklärung über diese Fütterungsart mal aus einem anderen Forum kopiert (ich hoffe, daß ich das durfte), weil sie kurz und gut beschrieben wurde:
"Im Gegensatz zur menschlichen Verdauung findet beim Hund die Hauptverdauung im Magen statt. Und je länger Nahrung dort verweilt (aufgrund Portionsgröße), desto besser wird sie "ausgeschlachtet" (verwertet). Kleinere Portionen sind also für den Hund weniger effektiv.
Dann ist es so, daß die Magenmuskulatur (deren Erschlaffung in Zusammenhang mit erschlafften Bändern die Hauptursache für Magendrehung ist) durch die Abwechslung zwischen Vollfüllung und vollständiger Leerung trainiert wird und (in Sektionen nachgewiesen) um ein Vielfaches stärker als bei "normal" gefütterten Hunden.
Für den Hund ist ein bis zum Anschlag voller Bauch eine maximale Befriedigung, die normalerweise auf einen guten Jagderfolg in der Natur selbstverständlich ist. Mit unsren kleinen dauernden Portionen erfährt er diese nie.
Deshalb kennen die meisten auch keine zufriedenen Fastenhunde, da durch die kleinen Portionen quasi nie mal "das Ende der Stange" erreicht wird, diese viel schneller durchwandern, es also nie ein "satt und zufrieden" gibt, nach dem man freiwillig fastet.
Mogens empfiehlt nicht nur einmal am Tag, sondern er empfiehlt einmal die Woche einen all-you-can-eat-Tag, danach oder davor ein bis 2 Fastentage (minimum einen) und den Rest einfach mal größere, mal kleinere Portionen.
Wenn einmal die Woche 48 Stunden gefastet wird (entspricht einem vollen Fastentag), dann erst haben die Verdauungsorgane des Hundes auch mal Pause, was sonst halt nie der Fall ist.
Mogens Vortrag fing mit dem Speiseplan eines Wolfes an:
1. Tag: eine Maus
2. Tag ein paar Beeren
3. Tag: nix
4. Tag: ein Kaninchen
5. Tag: nix
6. Tag: Reh erlegt: Fleisch, Leber, Blut etc satt
7. Tag : weiter vom Reh
8. Tag: evt weiter Reste vom Reh und Knochen
9. Tag : nix
10. Tag nix
11. Tag: paar Beeren
usw.
Er zeigte auf, daß es eben keine Selbstverständlichkeit und derhalben nicht in der Progammierung drin ist, jeden Tag das volle Programm (einen vollen Napf) zu haben, ganz im Gegenteil.
Und deshalb proklamiert auch nicht eine einmal-am Tag-Fütterung, sondern das ist erstmal ein Schritt in seine Richtung, aber nicht das Ziel.
Intressant waren Hintergründe wie Folgender:
Ein Mensch, der fastet, kann in der Fastenzeit keine schnellen (externen) Zuckerreserven zur Verfügung stellen, das heißt, er ist in allem etwas langsamer und wäre auch nicht fähig, Sprints und ähnliches, was man für eine erfolgreiche Jagd braucht, durchzuführen.Braucht der Mensch auch nicht, denn für den nächsten Apfel braucht es keinen Sprint.
Der Hund (Jäger) dagegen kann aus seinem Körperfett blitzartig Zuckerreserven freisetzen, die ihn auch nach Fastenzeiten zu einer erfolgreichen Jagd befähigen.
Und dann ist es auch so, daß sich die Portionen in den Jahreszeiten ändern. Es also in den warmen Zeiten viele, auch kleinere Mahlzeiten gibt (viele Jung- und Kleintiere) und in der kalten Zeit weniger und größere Portionen, aber das geht dann sehr ins Detail."
Ich finde diese Art interessant und faszinierend. Letztendlich wird gejagd, wenn man Hunger hat und nicht, wenn man satt ist. Mich würde jetzt allerdings mal interessieren, ob jemand so füttert und wie die Erfahrungen - gerade auch im Bereich "Diensthund oder Hundesport" - sind. Denn ich stelle mir gerade einen Hund bei der "Arbeit" vor, der tags zuvor einige Kilos an Pansen gefressen hat. :laecheln:
Wie schon gesagt, ich füttere nicht so, obwohl es sich schon ziemlich logisch für Caniden anhört, so zu fressen.
Einmal hatte July das Vergnügen solange fressen zu dürfen und zu können, wie sie wollte. Es gab da Rinderpansen und Zwerchfell, draussen bei uns am Stall. Sie hat sich eine MEGA-Kugel angefuttert und auch von sich aus die nächsten geplanten Mahlzeiten ausfallen lassen ;) . Gewöhnlich führt ihr erster Weg morgens an die Frühstücksschüssel. Nach dieser Orgie lies sie ihre Schüssel Schüssel sein und wollte nur schlafen und verdauen... Sie war unendlich zufrieden!! Ausserdem hatte sie an diesem Tag auch keine Probs mit ihrem gurgeln und gluckern. Insofern scheint da schon was dran zu sein.
Trotz allem weiß ich nicht, ob ich generell so füttern möchte. Aber mehr weil es irgendwie in meinen zivilisierten Zeitplan nicht so recht zu passen scheint... :rolleyes:
taschbert
12.01.2007, 12:32
Hi ihr beiden
Danke für die Erklärung...
Das hört sich für mich auch vollkommen logisch an mit den Ruhezeiten für den Magen und die Verdauungsorgane, usw
Aber ist das beim Hund HEUTE wirklich noch so ausgeprägt wie bei einem Wolf der selber jagen muss ?
Ich meine, die Zeit in der das Gross der Hunde unregelmässig zu futtern bekommen hat weil keine Essensreste bei den Neandertalern anfielen ist doch schon etwas länger her.
Einen Tag fettfüttern, dann zwei Tage fasten, da kann er ja nach dem Festmahl und die zwei Tage danach nicht soo richtig fit sein ;) .. Erst zu satt, dann zu leer...
Hab auch mal gefastet, da war nicht viel mit lange laufen und übermässig Sport zB
Natürlich ist das back to the roots, aber ich für mich würde da das barfen für ausreichend halten
mich würde aber auch interessieren ob jemand damit Erfahrungen gemacht hat
...also ich halte davon nichts, genau so wenig wie von einem Fastentag in der Woche für die Hunde...m.M. nach ist der Haushund inzw sehr weit von einem Wolf entfernt...und ein Großteil unserer gehaltenen Hunde werden täglich gearbeitet oder müssen Arbeiten...was ein Wolf ja in der Form nicht tut...der Haushaltet mit seinen Reserven...
....es ist ja schön und gut, was sich manche Tierschützer einfallen lassen, aber allzuviel "back to the roots" halte ich für übertrieben...denn dann dürfte ich meine Hunde auch nicht anleinen/im Haus halten/ans Auto gewöhnen uswusw
...nenene, meine Hunde bekommen weiterhin 3 mal am Tag ihre Mahlzeiten...denen gehts gut, keiner hat nennenswerte Krankheiten oder Probleme....so what
Mali-Maus
12.01.2007, 18:06
Ich halte das, wie Gabi - wobei unsere Hundis 2 x am Tag Mampf bekommen ;)
Rasputin
12.01.2007, 20:38
Meiner kriegt 1x täglich 1kg Fleisch plus Beilage. Ich bin von der mehrmals-am-Tag-Fütterung weggekommen, weil er nach einer kleinen Mahlzeit perment am betteln war und Hunger hatte.
Seit ich ihm am Abend +/- 20 Uhr sein Futter gebe ist er glücklich und zufrieden. Er scheint sogar satt zu sein.... ;)
Für uns passts!
Biggy
ich würde so füttern, aber dem Hund ca. 3/4 jahr zeit lassen, sich umzustellen, WENN ich die möglichkeit hätte immer frisches fleisch zu bekommen ... ist bei mir momentan leider nicht möglich ...
Rasputin
14.01.2007, 12:09
@Aikenka: Wieso braucht der Hund 3/4 Jahr um sich umzustellen? Ich habe von heute auf morgen nur noch frisch gefüttert und hatte keine wirklichen Probleme. Zuerst mochte er das Gemüse nicht so sehr, so dass ich ihm erst Mal nur Fleisch und RFK gab und das Gemüse/Obst/Beizeugs erst später untermischte. So klappte es innert weniger Tagen.
Gruss Biggy
@ Aikenka
was versprichst du dir von dieser Art der Fütterung??
@ biggy, weil die muskulatur des verdauungssystems erst "trainiert" werden muss, da du ja doch erhebliche Mengen fütterst. Deshalb die recht lange Zeit, erstmal muss auch die Zeitliche Verknüpfung aufgehoben werden bei der Verdauungssaftproduktion. Denn die ist z.B. bei täglicher Fütterung unweigerlich aufgetreten.
@gaby, eine (noch) naturnähere Ernährung für den Hund trotz der Domestikation.
Rasputin
15.01.2007, 21:54
Irgendwie sehe ich da ein Problem, wenn man mit dem Hund regelmässig arbeiten will/muss. Wenn der Hund eine "eat what you can"-Kugel hat, kann man doch sicher eine gewisse Zeit nicht trainieren......
Wenn ich mich so ernähren würde, wie anno dannzumal die Neanderthaler wäre ich sicher auch naturverbundener..... aber ob das heute so Sinn macht? :rolleyes:
yellow-wolf
15.01.2007, 21:59
....und die letzte steigerung zu mogen eliasen ist dann, dass ich meinen hunden alle zwei wochen das kalb lebendig in den garten stelle, damit sie ebenfalls ihren jagdtrieb ausleben können und sich ihre rationen selbst einteilen und den rest verbuddeln.........=)
....und die letzte steigerung zu mogen eliasen ist dann, dass ich meinen hunden alle zwei wochen das kalb lebendig in den garten stelle, damit sie ebenfalls ihren jagdtrieb ausleben können und sich ihre rationen selbst einteilen und den rest verbuddeln.........=)
und wenn du mit deinen Hunden dann noch auf Wettkämpfen unter den ersten 3en bist, dann bist du :held:
ne, mal im Ernst...wäre der Hund nicht domestiziert, dann könnten wir ihn doch gar nicht als Haushund halten...also warum sollte man bitte den Haushund wieder zurückentwickeln wollen?
Sorry, aber da hört es auf...
vernünftige Ernährung ist eine Sache, aber das geht mir dann doch zu weit...
Wenn ich mich so ernähren würde, wie anno dannzumal die Neanderthaler wäre ich sicher auch naturverbundener..... aber ob das heute so Sinn macht? :rolleyes:
Sagen wir mal so...du wärst heute wahrscheinlich tot...oder wo findest du noch Säbelzahntiger und Mammuts :cool::cool:
der mensch ist ja auch erheblich älter als der hund ... aber lassen wir das ...
Rasputin
17.01.2007, 01:13
Naja....
Aber ehrlich, wie würdest du das machen, wenn du als RHF einen Einsatz hast? Oder mit einem rechnen musst? Oder wenn ein Turnier ansteht?
Ich finde das sehr umständlich und einfach auch nicht zeitgerecht.....!
Biggy
Doggenmama
26.01.2007, 00:27
Also ich halte von dieser Art der Fütterung überhaupt nichts, im Gegenteil, ich finde sie sehr bedenklich für die Gesundheit.
Wenn ich mir vorstelle ich überlade den Magen meiner Hunde derart und leiere damit die Magenbänder aus, riskier ich damit einen Magendreher. Der Hund hat ja etwas schlaffere Magenbänder als der Wolf. Sollen dadurch die Magendreherkandidaten ausgemerzt werden?
Die meisten unserer Hunderassen sind lange nicht mehr so robust wie der Wolf und ein Großteil davon in freier Wildbahn nicht mehr überlebensfähig.
Naturnah füttern schön und gut, aber alles hat seine Grenzen.
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