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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : schwere Erkrankung durch Neospora



Mali-Maus
01.03.2007, 20:12
Hallo,

habe heute durch eine Bekannte folgenden Text bekommen:


Bei der Krankheit handelt es ich um die NEOSPOROSE. Sie ist erst seit etwa 10 Jahren wirklich bekannt (den Tierärzten), aber leider noch viel zu wenigen Hundebesitzern, Züchtern usw. Es hat nicht viel Sinn, darüber zu googeln, denn die Dinge, die man im Netz findet, sind alle bereits einige Jahre alt und heute schon überholt. Ich werde versuchen, das Ganze erst mal vom Grundsatz her zu erklären und dann noch auf gewisse Sachen eingehen.

Die Neosporose ist eine durch den Einzeller (http://de.wikipedia.org/wiki/Einzeller) Neospora caninum hervorgerufene Infektionskrankheit (http://de.wikipedia.org/wiki/Infektionskrankheit) bei Haus- und Wildtieren. Sie tritt vor allem bei Haushunden (http://de.wikipedia.org/wiki/Haushund) auf und kann bei diesen eine neurologische (http://de.wikipedia.org/wiki/Neurologie) Erkrankung auslösen, die sich vor allem als Hirnstammsyndrom (http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnstammsyndrom) äußert. Beim Hausrind (http://de.wikipedia.org/wiki/Hausrind) löst der Erreger Aborte (http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlgeburt) aus.
Neosporosa caninum ist ein Protozoon (http://de.wikipedia.org/wiki/Protozoon) und kommt weltweit vor. Er ähnelt in seinen morphologischen Formen und dem Vermehrungszyklus (mit Sporogonie (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sporogonie&action=edit), Schizogonie (http://de.wikipedia.org/wiki/Schizogonie) und Gamogonie (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gamogonie&action=edit)) Toxoplasma gondii (http://de.wikipedia.org/wiki/Toxoplasma_gondii), dem Erreger der Toxoplasmose (http://de.wikipedia.org/wiki/Toxoplasmose). Beide Erreger sind morphologisch nur elektronenmikroskopisch (http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronenmikroskop) unterscheidbar. Der Hauptwirt (http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptwirt) für Neospora ist jedoch der Hund (lat. canis=Hund). Beide Erreger werden erst seit 1988 als selbstständige Arten unterschieden.
Infizierte Hunde scheiden über den Kot wenige, unsporulierte, etwa 10 µm große Oozysten (http://de.wikipedia.org/wiki/Oozyste) aus. Diese sporulieren innerhalb von 3 Tagen in der Außenwelt und werden dadurch infektiös. Diese sporulierten Oozysten werden von Zwischenwirten (http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenwirt) über die Nahrung und Wasser aufgenommen. Als Zwischenwirte fungieren vor allem Rinder (http://de.wikipedia.org/wiki/Rinder), aber auch Schafe (http://de.wikipedia.org/wiki/Schafe), Ziegen (http://de.wikipedia.org/wiki/Ziegen) und Pferde (http://de.wikipedia.org/wiki/Pferde) oder aber auch Hunde selbst. In den Zwischenwirten bilden sich etwa 0,1 mm große Gewebszysten. Sie entstehen vor allem im Nervengewebe, seltener in der Muskulatur. Aus diesen entwickeln sich Tachyzoiten (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tachyzoit&action=edit) und Bradyzoiten (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bradyzoit&action=edit).
Hunde infizieren sich über die Aufnahme von rohem Tierprodukten (Gehirn, Fleisch). Im Darm (http://de.wikipedia.org/wiki/Darm) der Hunde werden die Zysten bei der Verdauung (http://de.wikipedia.org/wiki/Verdauung) freigesetzt und beginnen sich zu vermehren. Tachyzoiten kommen im Gehirn (http://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn), Rückenmark (http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckenmark), Pankreas (http://de.wikipedia.org/wiki/Pankreas), in der Skelettmuskulatur (http://de.wikipedia.org/wiki/Skelettmuskulatur), Haut (http://de.wikipedia.org/wiki/Haut), Leber (http://de.wikipedia.org/wiki/Leber) und in den Lungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Lunge) vor. Zysten, die nur aus Bradyzoiten entstehen, entwickeln sich nur im Nervengewebe (http://de.wikipedia.org/wiki/Nervengewebe).


Fortsetzung.....

Mali-Maus
01.03.2007, 20:13
Krankheitsbilder

Eine ernsthafte Erkrankung manifestiert sich vor allem als Meningoenzephalitis (http://de.wikipedia.org/wiki/Meningoenzephalitis) des Stammhirns (http://de.wikipedia.org/wiki/Stammhirn) mit Ausbildung eines Hirnstammsyndroms (http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnstammsyndrom) (protozoäre Meningoencephalitis). Hierbei treten Lähmungen der hinteren Hirnnerven (http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnnerv) (vor allem Fazialislähmung (http://de.wikipedia.org/wiki/Fazialisl%C3%A4hmung)), Ausfälle des oberen Motoneurons (http://de.wikipedia.org/wiki/Motoneuron) (Tremor (http://de.wikipedia.org/wiki/Tremor), Ataxie (http://de.wikipedia.org/wiki/Ataxie), Parese (http://de.wikipedia.org/wiki/Parese)) und Kopfschiefhaltungen (Torticollis (http://de.wikipedia.org/wiki/Torticollis)) auf.
Weitere Krankheitsbilder durch Neosporosa caninum beim Hund sind Polyneuritis (http://de.wikipedia.org/wiki/Polyneuritis), Polymyositis (http://de.wikipedia.org/wiki/Polymyositis), Leberentzündungen (Hepatitis (http://de.wikipedia.org/wiki/Hepatitis)), Lungenentzündungen (Pneumonie) und geschwürige Dermatitiden (http://de.wikipedia.org/wiki/Dermatitis).

Diagnostik

Im Hirnwasser (http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnwasser)-Punktat (http://de.wikipedia.org/wiki/Punktat) kann eine Pleozytose (http://de.wikipedia.org/wiki/Pleozytose) mit eosinophilen Granulozyten (http://de.wikipedia.org/wiki/Eosinophiler_Granulozyt) nachgewiesen werden.
Eine Bestimmung der Antikörper (http://de.wikipedia.org/wiki/Antik%C3%B6rper) kann mittels Immunfluoreszenz (http://de.wikipedia.org/wiki/Immunfluoreszenz) oder ELISA (http://de.wikipedia.org/wiki/ELISA) erfolgen, ebenfalls ein direkter Erregernachweis über PCR (http://de.wikipedia.org/wiki/PCR) im Kot. Diese Nachweise belegen allerdings nur eine Infektion, ein kausaler Zusammenhang zur beobachteten Erkrankung muss nicht bestehen.
Bei der nerologischen Form müssen differentialdiagnostisch (http://de.wikipedia.org/wiki/Differentialdiagnose) eine Reihe weiterer Stammhirninfektionen wie Staupe (http://de.wikipedia.org/wiki/Staupe_%28Tierkrankheit%29), Tollwut (http://de.wikipedia.org/wiki/Tollwut), Aujeszkysche Krankheit (http://de.wikipedia.org/wiki/Aujeszkysche_Krankheit) und Toxoplasmose (http://de.wikipedia.org/wiki/Toxoplasmose) sowie die idiopathische Granulomatöse Meningoenzephalitis (http://de.wikipedia.org/wiki/Granulomat%C3%B6se_Meningoenzephalitis) und Vergiftungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Vergiftung) ausgeschlossen werden (siehe auch VETAMIN D (http://de.wikipedia.org/wiki/VETAMIN_D)).

Therapie

Neosporosa caninum ist gegenüber einer Reihe von Antibiotika (http://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotika) empfindlich. Eingesetzt werden können Clindamycin (http://de.wikipedia.org/wiki/Clindamycin) oder Kombinationen von Pyrimethamin (http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrimethamin) oder Trimethoprim (http://de.wikipedia.org/wiki/Trimethoprim) mit Sulfonamiden (http://de.wikipedia.org/wiki/Sulfonamid).


So jetzt die Krankheitsgeschichte des Hundes (so wie sie eigentlich auch typischerweise verläuft):

Der Hund begann während einer Spielstunde am rechten Hinterlauf etwas zu lahmen. Die Besitzerin ging am folgenden Tag zum TA, der eine Bänderzerrung diagnostizierte und Schonung empfahl. Zusätzlich erhielt der Hund einen Stützverband. Dies war am Donnerstag. Sie rief mich an und erzählte mir die Geschichte. Ich beruhigte sie dann noch und sagte, dass so etwas schon mal vorkommen kann und das nicht schlimm wäre. Am darauf folgenden Montag sollte der Hund wieder vorgestellt werden. Es ging ihm erheblich schlechter und er lief hinten nur mehr mit Unterstützung (mittlerweile waren beide Beine betroffen). Der Arzt untersuchte und untersuchte und kam zu keinem rechten Ergebnis. Er verordnete Schmerztabletten und meinte nur: abwarten. Zwei Tage später konnte der Hund nicht mehr sitzen und stehen, brach hinten sofort zusammen und auch das rechte Vorderbein zeigte Symptome. Die Besitzerin fuhr nun in die Uniklinik Bern und stellte den Hund vor. Dort sagte man ihr, dass sie den Hund für drei Tage da lassen müsse, weil diverse Untersuchungen gemacht werden müssenFortsetzung

Mali-Maus
01.03.2007, 20:14
Ich fragte sie, ob man ihr gesagt hat, was man tun will, doch sie verneinte. Also rief ich selbst die behandelnde Ärztin an. Sie könne noch nicht sagen, wonach man suche. Etwas sauer bat ich darum, Butolismus, FSME, Myelitis und Toxoplasmose abzuklären (das waren so die Krankheiten, die mir bei den Symptomen eingefallen waren). Ja, ja – das sei eine gute Idee und man werde dies tun. Die Sache kam mir schon sehr seltsam vor, denn wenn ich als Laie der Ärztin sagen soll, was sie zu untersuchen hat? Nun gut – man machte Tests, die jeder Uniklinik Freude machen. Alles mögliche, von Biopsien (an Stellen, an denen man es eigentlich nicht tut) bis zu Elektrountersuchungen und und und. Die Biopsien schickte man nach Deutschland – die Ergebnisse liegen bis heute nicht vor (das war vor zwei Wochen). Super – bis dahin ist ein Hund tot. Nach drei Tagen holte die Besitzerin den Hund ab und man gab ihr Tabletten mit. Diagnose: es kann das oder das sein (also keine). Dem Hund ging es von Tag zu Tag schlechter. Gut war noch, dass er super gefressen hat – aber das war schon alles. Nach Rücksprache mit mir fuhr sie noch mal in die Klinik. Wieder wollte sie die Ergebnisse der Untersuchungen wissen und wieder wurde sie vertröstet. Man bat sie, den Hund eine weitere Woche dazulassen. Sollte bis Ende der Woche keine Besserung eintreten, wäre der Fall hoffnungslos und man würde den Hund einschläfern. Tränenüberströmt rief sie mich an. Ich schloss mich mit meinem TA kurz, der sofort sagte, Hund aus der Klinik holen und her damit. Also habe ich sie am Montag abend dann gleich wieder angerufen und ihr angeboten, mir den Hund zu bringen, zu meinem TA zu gehen und den Hund dann zur weiteren Pflege (falls es eine gäbe) bei mir zu lassen (denn man kann schlecht jeden Tag von Bern hier her fahren – zumal ihr Mann am Sonntag am Rücken operiert wurde und auch pflegebedürftig ist und sie auch noch einen verantwortungsvollen Job hat). Sie nahm das Angebot dankbar an. Am Dienstag Abend waren wir privat bei meinem TA (der an diesem Tag eigentlich keine Sprechstunde hatte). Er hat den Hund eine Stunde untersucht, und das Ergebnis stand zwei Stunden später fest: Neosporose. Jetzt wird er darauf behandelt, und wir haben noch Hoffnung, dass wir die Krankheit in den Griff kriegen. Leider ist viel wertvolle Zeit verloren gegangen. Aber seit gestern zeigen sich schon minimale Fortschritte. Wir müssen eben hoffen. Und das für mich persönlich ganz Schlimme an der Sache ist, dass es mein A’Gangsterle aus dem A-Wurf ist.

Fortsetzung

Mali-Maus
01.03.2007, 20:16
Also die Krankheit ist folgende: Die Neospora sind Einzeller, die sich in rohem Fleisch (Rind, Pferd, Schaf) befinden. Mittlerweile sind diese Viecher extrem verbreitet. Das für den menschlichen Verzehr gedachte Fleisch wird darauf nicht untersucht, weil sie für den Menschen keine Gefahr darstellen und das Fleisch ja zudem gekocht wird (das tötet diese Viecher ab). Beim Hund setzten sie sich in der Muskulatur und in den Nerven fest und verursachen extreme Entzündungen. Ist der Hund nun top gesund, wird er normalerweise alleine mit ihnen fertig, und es gibt keine Probleme. Hat er jedoch eine Immunschwäche (es reicht schon eine Erkältung) oder es ist ein Junghund, haben die Neospora Überhand und legen los. Die ziehen durch den Körper, und wenn sie erst mal am Herz sind (Muskel), ist der Hund tot. Typisch ist die aufsteigende Lähmung von hinten nach vorne.

Nach einer neuen Studie hat wohl jede 10. Hund Neospora-Titer, d. h. er hatte schon mal Kontakt damit. Das zusätzliche Problem an der Sache ist, dass es auch eine (wenn auch sehr seltene) Übertragung von der Mutterhündin (eben ein solcher Titer-Hund) über die Plazenta auf die Welpen geben kann. Der Hündin hat man nie etwas angemerkt, weil sie damit klar kam. Üblicherweise erkranken die Welpen dann etwa ab der 5. Woche daran (es müssen aber nicht alle Welpen des Wurfes betroffen sein). In Anbetracht dieser Tatsache habe ich meine Hündin trotzdem gleich untersuchen lassen, und sie ist glücklicherweise frei. In einigen Ländern – so auch in der Schweiz – gibt es bereits Überlegungen, dass jede Hündin vor der Belegung auf Neospora untersucht werden muss (eben weil die Verbreitung schon sehr groß ist).

Also nochmal: Die Dinger befinden sich im ganz normalen rohen Fleisch! Ich habe bis jetzt noch nie von dieser Krankheit gehört und viele von Euch vermutlich auch nicht. Auch ich habe meinen Welpen bei der Umstellung erst mal Rindertartar gefüttert. Leute – bei mir kriegt kein Hund mehr rohes Fleisch – nie mehr!




so, Sorry - ist sehr lang und ich habe den Text aufteilen müssen.

Was haltet Ihr davon?
Habt Ihr sowas schon mal gehört?

Malifreund
01.03.2007, 20:28
Noch nie. Und google findet keinen einzigen Eintrag. Du arbeitest doch als TA-Helferin - ist bei Euch die Erkrankung bekannt??? Oder ist das ein Fall, um ihn den Hoax-Wächtern der TU Berlin zu melden?

Mali-Maus
01.03.2007, 20:28
So, und nun noch eine andere Ausage dazu (auch eine Boxerbekannte, die barft)


Es stimmt, dass dieser Erreger in rohem Fleisch verbreitet ist. Deswegen wird auch empfohlen, das Fleisch für Hunde mindestens 3 Tage lang bei mind. -18°C einzufrieren! Dies tötet nicht nur Neosporosa sicher ab, sondern auch Finnen usw. Bei den meisten Futterfleischlieferanten wird das Fleisch erst nach den 3 Tagen im Frost verschickt, und bei mir landet es auch erstmal im Frost. Fleisch, was ich frisch kaufe, landet bei mir auch ersteinmal im Frost. Von daher habe ich nun keine Bedenken mehr.

Mali-Maus
01.03.2007, 20:31
Noch nie. Und google findet keinen einzigen Eintrag. Du arbeitest doch als TA-Helferin - ist bei Euch die Erkrankung bekannt??? Oder ist das ein Fall, um ihn den Hoax-Wächtern der TU Berlin zu melden?

Hi Dirk,

bei Wikipedia ist was zu finden (ist der schwarze Text im 1. und 2. Beitrag)
Also wohl kein Hoax

Muß vielleicht noch dazu sagen, daß der o.g.Text der Bekannten, sie selbst betrifft, bzw. einen Hund aus ihren A-Wurf (Boxer)

Ich kenne diese Person und sie würde keinen Hoax schreiben.
Es ist ein tatsächlliche Geschichte, die sich derzeit ereignet.
Der Boxer ist bei ihr, sie hat gerade Bilder geschickt

Aymie
01.03.2007, 20:33
hm, ich kenne dieses thema ehrlich gesagt auch nur im zusammenhang mit hundekot auf der wiese, kühe erkranken daran, bauern tierisch sauer, wenn hund auf die wiese kackt.
ich habe das eigentlich schon immer damit abgetan, dass die bauern einem eben nix gönnen und einfach sauer sind, wenn hunde auf ihrer wiese rumrennen. dann habe ich über div. tierschutzverteier schon mal gelesen, dass dies ein thema bei den bauern ist, nämlich wirklich durch hundekot ein abort bei den rindern hervorgerufen werden kann, aber auch nur dann, wenn der hundekot von einem mit rohem fleisch gefütterten tier stammt.
dass diese krankheit aber auch der hund selber bekommen kann, das höre und lese ich jetzt auch zum ersten mal. macht nachdenklich, sollte man das fleisch doch lieber abkochen? dann gehen aber bestimmt auch wieder viele wertvolle vitamine verloren, ach mensch ute, du verunsicherst ja die barfer grade komplett..... oder geht es nur mir so?
also meinem alten herrn koche ich das fleisch schon seit langem, aber den anderen?( ?(
schreibt mal mehr darüber, bin gespannt.....
lg
aymie

Mali-Maus
01.03.2007, 20:34
http://www.google.de/search?q=neosporose&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

Mali-Maus
01.03.2007, 21:57
ach mensch ute, du verunsicherst ja die barfer grade komplett..... oder geht es nur mir so?

Ich bin auch verwirrt, aber da ich jetzt seit 5 Jahren nur positive Erfahrungen mit Barf gemacht habe, 2 Würfe barf aufgezogen, die sich prächtig entwickelt haben, werde ich auch weiterhin barfen, da mir das immer noch lieber ist als Trofu.

..und mal ehrlich...

..durch was wird heutzutage nicht irgendeine Krankheit ausgelöst?(
(hoffe, Du/Ihr versteht, wie ich das meine)


schreibt mal mehr darüber, bin gespannt.....Mehr weiß ich im Augenblick auch nicht, werde aber berichten, wenn sich was Neues tut

Malifreund
01.03.2007, 22:29
Ich denke auch: 80% der Hunde sind übergewichtig durch falsches oder zu reichliches Trofu. Dann mag es den ein oder anderen Fall dieser ominösen Krankheit geben, deren Auftreten aber so selten ist, das bisher kaum einer (außer jetzt Du, Ute) davon gehört hat. Also weit davon entfernt, epidemisch oder gar pandemisch zu sein oder auch nur zu werden. Und wenn die selten genug auftretenden Erreger durch Tiefkühlen gekillt werden können, sehe ich da kein Problem, das kann jeder, ohne sein Barffleisch gleich abkochen zu müssen.

Ich könnte mir im Gegenzug aber sehr gut vorstellen, dass solche Verunsicherungen der Futtermittelindustrie sehr gut in den Kram passen und von dort nach Kräften gefördert und weiterverbreitet werden, auch wenn das Auftreten der Infektion extrem selten zu sein scheint.

@ Ute: Auch wenn der Wiki-Artikel echt und seriös ist, bei Wikipedia kann jeder alles einstellen... Ohne das irgendjemand den Wahrheitsgehalt überprüft! Und je exotischer ein Eintrag dort ist, desto weniger finden sich, den zu korrigieren. Oder sollen jetzt alle Barfer mit gesunden Hunden dort eingreifen, dass sie diese Infektion nicht haben?! Macht wohl kaum ein einziger, weshalb solche Horrorgeschichten in Wikipedia auch so lange überleben... Also Vorsicht bei Wikieinträgen, dass ist kein Online-Lexikon, weil dort jeder jede unbewiesene Behauptung aufstellen kann, die er will...

Seriöser fände ich in diesem Zusammenhang Studien von veterinärmedizinischen Klinken/Universitäten, aber genau das scheint es nicht zu geben zu diesem Thema...

Als Ermittler stelle ich mir die Frage: Cui bono? (Wem nützt es?) Da fallen mir haufenweise Futtermittelproduzenten ein...

Mali-Maus
01.03.2007, 22:51
Nun nochmal eine Antwort von der Berichtschreiberin


lt. Aussage meines TA tötet das Einfrieren für 3 Tage nicht unbedingt die
Neospora-Einzeller ab (zumindest ist das noch nicht definitiv erwiesen).
Lediglich wenn es richtig durchgekocht wird, sind die Viecher sicher tot.

Der Erreger ähnelt ja dem der Toxoplasmose und ich kann mich noch sehr gut
an die Aussage meines Frauenarztes erinnern, der mir zu Beginn der
Schwangerschaft (bevor mein Toxo-Titer ausgewertet war) sagte: "Essen sie
bloß kein rohes Fleisch, auch nicht wenn es vorher eingefroren war."

Also ich würde mich da drauf nicht verlassen.

Malifreund
01.03.2007, 23:06
Trotzdem: Ich bleib dabei, nicht bange machen lassen! Wenn die Infektion so gefährlich wäre und so häufig ausbrechen würde, wäre sie bekannter!!! Und außerdem: Unser Hühner- und Rindfleisch ist wer weiß wie lange eingefroren, wenn wir es kaufen, das meiste davon bleibt weitere Tage und Wochen in unserer TK, bevor es verbraucht wird! Und so ist es bei vielen Barfern, die wir kennen. Die wenigsten holen ihr Fleisch frisch vom Schlachthof und verbrauchen alles gleich. Auch da dürfte das meiste eingefroren werden.

Und zum Thema Schwangerschaft und rohes Fleisch oder nicht durchgekochte Eier... frag mal Gaby und unsere kerngesunde Tochter, was davon zu halten ist. Gabys Frauenarzt sprach nur davon, es nicht zu übertreiben mit rohem Fleisch/Eiern. Die Mär von alles nur noch durchgekocht ist doch längst wieder gegessen, das war doch mal so ne Panikmache aus den 80er oder 90er Jahren...
Tststs... Mancher Unsinn hält sich Jahrzehnte...
Rindfleisch löst sich schließlich in einem Glas Cola auch in Nichts auf... *SCHERZ!-BITTENICHTGLAUBEN!*

Mali-Maus
01.03.2007, 23:10
Ich bleibe ja auch beim barfen - will Euch nur über Antworten/Reaktionen informieren :)

Dirk, Du hast bei Deinen Mären was vergessen....

rohes Fleisch mach Hunde aggressiv :laecheln:

Malifreund
01.03.2007, 23:14
Dirk, Du hast bei Deinen Mären was vergessen....

rohes Fleisch mach Hunde aggressiv :laecheln:

Ach deswegen sind unsere drei so aggressive Kampfschmuser... Danke Ute, wieder was gelernt... :rofl:

Dine
02.03.2007, 08:38
Hmmm. *grübel*

Ich weiss jetzt auch nicht so recht was ich davon halten soll. Ich barfe ja auch alle Hunde und bisher sind alle wirklich topfit.
Deine Satz was löst heute keine Krankheiten aus, dem kann ich nur zustimmen.
Ich denke, da es sich um Protozoen handelt und diese behandelbar sind, sollten wqir uns jetzt nicht verrückt machen lassen.
Klar friere ich mein Fleisch auch immer ein, aber wenn ich frisch kaufe, bleibt für zwei bis drei Tage was im Kühlschrank und es wird nicht eingefroren. Vielleicht werde ich das mal überdenken und komplett alles einfrieren.

Und nochmal zu den Mären: Ihr dürft die Dauer-Verwurmung nicht vergessen!

Jules
02.03.2007, 09:16
Vielleicht werde ich das mal überdenken und komplett alles einfrieren.


Hat aber widerum den Nachteil, dass einige Vitalstoffe, die auch ab und an gegeben werden sollten, durch das Einfrieren zerstört werden.

Ich werd mich deswegen jetzt auch nicht verrückt machen. Es gibt so viele schlimme Krankheiten, die zum Glück (noch) sehr selten sind. Wenn wir all das vermeiden wollen müssen wir auf der Stelle:

- bewegungslos erstarren (um Unfälle zu vermeiden)
- Essen komplett einstellen (wer weiß schon, was da wieder alles drin ist)
- nichts mehr trinken (weiß auch keiner, was im Wasser alles kreucht und fleucht)
- und ganz wichtig!! SOFORT aufhören zu Atmen!! Bei dem ganzen Feinstaub ist das wirklich nicht mehr gesund...

Wer all das beachtet wird sicher 100 Jahre alt... :cool:

Aymie
02.03.2007, 10:16
meli, da kann ich mich voll und ganz anschliessen. ich habe das thema auch noch mal überdacht, und wenn ich sehe, mit welchem appetit die hunde das barf fressen und welch blödes gesicht die machen, die trockenfutter bekommen, ne, ich werde nix anderes als barf füttern.
wie heisst es immer so schön: no risk no fun..........
mensch und tier können durch so viele dinge erkranken, aber bis dahin soll man sich das leben doch so schön. angenehm un dlecker machen wie es geht, oder ?(

auf unsere barf gefütterten, vitalen hunde

lg
aymie

Chris
02.03.2007, 11:21
Was mich wundert ist folgender Satz:
In einigen Ländern – so auch in der Schweiz – gibt es bereits Überlegungen, dass jede Hündin vor der Belegung auf Neospora untersucht werden muss (eben weil die Verbreitung schon sehr groß ist).
Warum hat dann noch keiner hier was davon gehört?!

Und außerdem vertraue ich mal auf diese Aussage:
Ist der Hund nun top gesund, wird er normalerweise alleine mit ihnen fertig, und es gibt keine Probleme.

@Ute: Bitte halte uns auf jeden Fall auf dem Laufenden. Würde gerne wissen, wie es mit dem Boxer weitergeht. Bleiben irgendwelche Schäden zurück?!

Mali-Maus
02.03.2007, 16:35
Hallo

das wurde mir heute noch von einem Bekannten zugeschickt; der barft durch mich auch seinen Boxer und wird es auch weiter machen, weil er gesehen hat, wie sich der Hund positiv verändert hat ;)

Nur mal zur Info

http://www.hundezeitung.de/medizin/neosporose.html

und dann och das auf der Boxer-Liste:




auch wenn die Barfer-Fraktion jetzt entäuscht ist, ich kann mich Cori nur anschließen ;-)
Nur Hitze und Desinfektionsmittel machen alles "tot". Einfrieren, auf welche Art und bis zu welchen Temperaturen auch immer, bringt höchstens Verluste ... und der verbliebene Rest ( Bakterien, Viren, Protozoen etc. )erwacht nach dem Auftauen zu neuem Leben.

Aus Gründen des Infektionsschutzes käme ich nie auf die Idee, meinen Hunden rohes Fleisch zu füttern, ich selbst rühre auch nichts dergleichen an :-)

Viele Grüße
Gabi


noch als Anmerkung
Gabi betreiben ein mikrobioligisches Untersuchungsinstitut.

Mali-Maus
02.03.2007, 16:39
Es gibt sogar ein Forum dazu

http://www.neosporose-forum.de.vu/

Mali-Maus
02.03.2007, 17:03
und das noch.......


hier noch ein Link, der evtl interessant sein könnte.

http://www.polar-chat.de/topic_4900.html

Da steht auch:


"Bei dem Marremmano meiner Freundin wurde nach einigen Untersuchungen letztes Jahr Neosporose festgestellt. Auch der Jack Russel einer Bekannten hat diese Krankheit. Beide Hunde wurden nicht gebarft, aber sie fressen ab und an mal was auf den Wiesen."

Also kommt es nicht nur bei gebarften Hunden vor

Malifreund
03.03.2007, 14:30
Bemerkenswert finde ich, das diese "Gabi" ein mikrobiologisches Institut betreibt und "aus Gründen des Infektionsschutzes" nie roh füttern würde, da sie auch nichts rohes essen würde... Die Dame hat wohl von der deutlich aggressiveren Magensäure unserer Caniden noch nix gehört. Tolle Wissenschaftlerin...

Ich esse auch weiter blutige Rindersteaks, lecker Mett oder Tartar und nicht durchgegartes Ei... Und die Hundies bekommen auch weiter rohes Fleisch...

Rammstein
03.03.2007, 14:46
Meine Güte.....langsam frage ich mich, wie Wildtiere angesichts dieser vielen Infektionsrisiken eigentlich noch überleben können? Und wie sie es geschafft haben, Tausende von Jahren zu überleben.....ohne Trockenfutter, ohne abgekochtes Fleisch und ohne mikrobiologisches Untersuchungsinstitut. Undenkbar - wenn man so etwas liest. Und meine armen Hunde müssen trotzdem weiter rohes Fleisch fressen....tststs.....ich bin eben ein ganz schlechtes Frauchen.

Mali-Maus
04.03.2007, 02:26
:laecheln: Ja, wir Barfer sind alle böse und tun nur das "Schlechteste" für unser Fellnasen.

..unseren 6 hat es heute abend auf jeden Fall wieder super geschmeckt
*rülps* :D

Mike und die Schäfis
04.03.2007, 12:56
....................Und meine armen Hunde müssen trotzdem weiter rohes Fleisch fressen....tststs.....ich bin eben ein ganz schlechtes Frauchen.

Gabriela, ne du also auch ;)

Jules
04.03.2007, 17:29
Gabriela, ne du also auch ;)

Und wir erst....
Jeden Morgen und jeden abend müssen unserer armen Mädels sowas essen!! :rolleyes: :rolleyes:

Annett
09.03.2007, 15:37
ohhh mein Gott und meiner war an Trockenfutter gewöhnt.....wie konnte ich nur mit barfen anfangen iiieeegitt was quält er sich jetzt das Rinderherz rein...hoffentlich bleibt es auch da...

Mali-Maus
12.04.2007, 23:38
Der Kleine ist tot :(

A'Gangster
(http://brachat.sabine.googlepages.com/home32)

taschbert
13.04.2007, 11:49
Gott, war der süss :(



Naja, wie mans macht macht mans falsch..
Trofu wird zurückgezogen und in Deutschland falsch deklariert/übersetzt
Barf macht auch krank..

Herrje :rolleyes:

wie bei den Menschen
irgendwas is' immer.....

würd meine auch gern mit barf quälen.. mach ich wenn ich gross bin

Rammstein
13.04.2007, 17:27
Für das Würmchen tut es mir echt leid. Und trotzdem barfe ich weiter - so ein trauriger Fall wäre jedenfalls für mich kein Grund, damit aufzuhören.