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rtg
21.04.2007, 19:41
Das Buch schlägt ganz schön Wellen. Bereits vor der Veröffentlichung hat Masterfoods eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Jetzt ist das Buch auf dem Markt und hier die Stellungnahme der Futterindustrie ( 1. Teil):

Stellungnahme der österreichischen Heimtiernahrungsindustrie zum Buch "Katzen würden Mäuse kaufen"Die 10 unsinnigsten Gerüchte über vorgefertigte Heimtiernahrung
Wien (OTS) - Am 3. März erscheint im Deuticke-Verlag das Buch
"Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm. Das Buch befasst
sich laut Verlag mit den angeblichen "Machenschaften der
Heimtiernahrungsindustrie". Der Autor hat sich als Verfasser mehrerer
Skandalbücher über die Lebensmittelindustrie bereits einen
einschlägigen Ruf erworben.

Die von Grimm erzählte Geschichte folgt einem bewährten Muster:
Mit einer geschickten Mischung aus Tatsachen, Gerüchten und
Spekulationen sowie Fakten, die in keinem Zusammenhang mit dem
behandelten Thema stehen, wird der Eindruck erzeugt, ein ganzer
Wirtschaftszweig - in diesem Fall die Heimtiernahrungsindustrie -
hätte sich dazu verschworen, seine Konsumenten hinters Licht zu
führen. Dabei werden auch zahlreiche Unternehmen, Marken und Personen
namentlich genannt. Konkrete und direkte Anschuldigungen werden
jedoch sorgfältig vermieden, sodass die Betroffenen keine Möglichkeit
haben, sich inhaltlich oder juristisch dagegen zur Wehr zu setzen.

Unter anderem beschreibt das Buch über weite Strecken angebliche
Praktiken bei der Herstellung von Futter für landwirtschaftliche
Nutztiere, die mit der Erzeugung von Nahrung für Heimtiere (wie Hunde
und Katzen) nichts zu tun hat, da diese Produktionen völlig
unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorschriften unterliegen.
Zwischendurch sind aber immer wieder kurze Passagen über
Heimtiernahrung eingestreut, sodass der normale Leser die beiden
Bereiche als ein und denselben empfinden muss.

Zwar muss auch Grimm zugeben, dass die Fachwelt -
Ernährungsforscher und Veterinärmediziner - einhellig die Meinung
vertritt, dass vorgefertigte Tiernahrung die beste und sicherste Form
ist, Hunde und Katzen artgerecht, ausgewogen und gesund zu ernähren.
Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Herstellung von Heimtiernahrung
gesetzlich besonders streng geregelt ist und nach weltweit
anerkannten Normen erfolgt, die auf jahrzehntelanger
wissenschaftlicher Erforschung der Ernährungsbedürfnisse dieser Tiere
basieren.

Einig sind sich die Fachleute auch, dass die seit den Achtziger
Jahren stark gestiegene Lebenserwartung von Heimtieren (um rund drei
Jahre bei Katzen und um über zwei Jahre bei Hunden) neben der
besseren Gesundheitsversorgung auch auf die bessere Ernährung
zurückzuführen ist, die mit der zunehmenden Verbreitung von
Fertignahrung einhergeht. Dazu kommt - speziell bei hochwertigen
Produkten das Können der Hersteller bei der Zusammenstellung
schmackhafter Mahlzeiten, die nicht nur den Nährstoffbedarf der Tiere
erfüllen, sondern auch ihre Lebensqualität erhöhen.

Der Autor erklärt diese Fachmeinungen jedoch damit, dass alle
Fachleute in diesem Bereich von der Industrie gekauft wären.

Da sich das Buch so jeder sachlichen Diskussion entzieht, kann die
Österreichische Heimtierfuttermittel Vereinigung (ÖHTV) als
Vertretung des Großteils der in Österreich tätigen Anbieter von
Heimtiernahrung diese pauschale Verunglimpfung ebenfalls nur
gesamthaft auf das Schärfste zurückweisen.

Um dennoch konkret auf einzelne Gerüchte einzugehen, die über
vorgefertigte Heimtiernahrung verbreitet werden, hat die ÖHTV die
nachfolgende Liste zusammengestellt.´

Die 10 unsinnigsten Gerüchte über vorgefertigte Heimtiernahrung

Gerücht Nr. 1: Fertignahrung enthält angeblich süchtig machende
Lockstoffe.
Die Verwendung von süchtig machenden Stoffen ist für die
Herstellung von Heimtiernahrung selbstverständlich ebenso verboten
wie für die Produktion menschlicher Nahrungsmittel. Es gibt auch
keinen einzigen konkreten Bericht, wonach jemals Suchtstoffe in
Heimtiernahrung gefunden worden wären.

Dass Tiere bestimmte Produkte besonders gerne fressen, hängt mit
deren gutem Geschmack zusammen - nicht anders als bei Menschen, die
ebenfalls ihre Lieblingsgerichte haben und dabei bestimmte Rezepte
besonders bevorzugen.

Gerücht Nr. 2: Fertignahrung enthält angeblich Tiermehl aus der
Tierkörperbeseitigung.
Die Verwendung von sogenanntem Tiermehl aus
Tierkörperbeseitigungsanstalten, d.h. von Materialien aus den
Kadavern verendeter Tiere, für die Herstellung von Heimtiernahrung
ist gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 gesetzlich verboten. Die
Heimtiernahrungsindustrie hat aber bereits vor Inkrafttreten dieses
gesetzlichen Verbotes auf den Einsatz derartiger Materialien
verzichtet.

Gerücht Nr. 3: Fertignahrung enthält angeblich Kot, Klärschlamm oder
ähnliche Abfallstoffe.
Die Verwendung von Kot und Urin sowie von aus Abwässern stammenden
Materialien (wie z.B. Klärschlamm) ist futtermittelrechtlich verboten
und findet dementsprechend nicht statt.

Gerücht Nr. 4: Fertignahrung enthält angeblich genetisch veränderte
Rohmaterialien.

Gemäß den gesetzlichen Regelungen für Lebens- und Futtermittel
dürfen auch bei der Herstellung von Heimtiernahrung genetisch
veränderte Ausgangsmaterialien nur dann verwendet werden, wenn sie
behördlich zugelassen sind. Die Verwendung muss auf der Verpackung
gekennzeichnet werden. Aufgrund der bestehenden Vorbehalte der
Konsumenten gegenüber genetisch veränderten Nahrungsmitteln
verzichtet die Heimtiernahrungsindustrie, wie die
Lebensmittelindustrie auch, grundsätzlich auf den Einsatz derartiger
Materialien.

Spuren von genetisch veränderten Rohstoffen (wie z.B. Soja), die
durch die Wiederverwendung von Transportbehältnissen entstehen,
lassen sich u.a. aufgrund des weltweiten Warenverkehrs auch bei noch
so genauer Kontrolle heutzutage nicht mehr ganz vermeiden. Der
Gesetzgeber hat daher für solche nicht vermeidbaren Verunreinigungen
(sehr niedrige) Toleranzwerte erlassen, unterhalb derer Lebensmittel
und Heimtiernahrung nicht gekennzeichnet werden müssen.

Gerücht Nr. 5: Fertignahrung enthält angeblich minderwertige
Rohstoffe.
Vorgefertigte Heimtiernahrung enthält keine minderwertigen
Materialien. Die fleischlichen Rohstoffe dürfen ausschließlich von
Tieren stammen, die für den menschlichen Genuss geschlachtet und von
den Veterinärbehörden als lebensmitteltauglich befunden werden.
Pflanzliche Rohstoffe müssen ebenfalls umfangreiche
futtermittelrechtliche Vorgaben erfüllen.

Bei der Rohstoffbeschaffung nützen die Hersteller jedoch die
unterschiedlichen Nahrungsvorlieben von Mensch und Tier: Während
Menschen aus kulturellen und Geschmacksgründen bestimmte Teile
geschlachteter Tiere (z.B. viele Innereien) nicht oder nur in
geringem Maße essen, werden gerade diese "deftigen² Anteile von
Tieren besonders gerne gefressen - und daher auch von den
Heimtiernahrungsherstellern bevorzugt verwendet. Mit anderen
Worten: Diese Rohstoffe mögen aus menschlicher Sicht "minderwertig²
erscheinen - vom Standpunkt des Tieres ist aber gerade das Gegenteil
der Fall.

rtg
21.04.2007, 19:42
Gerücht Nr. 6: Fertignahrung enthält angeblich chemische Materialien,
die für Nahrungsmittel untauglich sind.
Auf diese allgemeine Anschuldigung kann hier natürlich nur
beispielhalft eingegangen werden. So wird z.B. behauptet,
Heimtiernahrung enthielte sogenannte "Erdgas-Schnitzel²
(Eiweißfermentationsprodukte, die mit Hilfe von Erdgas gezüchtet
werden) oder Abfallprodukte aus der Penizillinerzeugung. Beides ist
für die Verwendung in Heimtiernahrung nicht zugelassen und wird daher
auch nicht verwendet.

Gerücht Nr. 7: Fertignahrung enthält angeblich gesundheitsgefährdende
Zusatzstoffe.
Zusatzstoffe gehören zu den am besten untersuchten Lebens- und
Futtermittelzutaten. Ihre Verwendung ist grundsätzlich an zwei
Bedingungen geknüpft: einerseits den Nachweis der gesundheitlichen
Unbedenklichkeit (festgelegt wird die Menge, die ein Mensch oder ein
Tier ohne negative Wirkungen ein Leben lang zu sich nehmen kann; aus
Sicherheitsgründen wird dieser Wert noch einmal durch 100 dividiert)
und andererseits den Nachweis, dass dieser Stoff tatsächlich benötigt
wird (z.B. Antioxidantien, die verhindern, dass wertvolle
ungesättigte Fettsäuren in Trockennahrung ranzig werden). Die Prüfung
aller Zusatzstoffe erfolgt durch die wissenschaftlichen Ausschüsse
der EU, die auch die Zulassung und die jeweilige E-Nummer verleihen.

Gerücht Nr. 8: Fertignahrung enthält angeblich zu hohe Mengen an
Vitaminen und Mineralien.
Zur Sicherstellung einer ausgewogenen, bedarfsdeckenden Ernährung
orientieren sich die Hersteller von Heimtiernahrung bei der
Zusammenstellung ihrer Produkte an allgemein anerkannten Richtlinien,
die auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über den
Ernährungsbedarf der Tiere basieren (NRC, AAFCO, Fediaf Guidelines).
Anhand dieser Vorgaben werden Futtermitteln für Heimtiere (nur) so
viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralien zugesetzt, wie es für
die jeweilige Tierart ernährungsphysiologisch erforderlich ist.

Die Behauptung widerspricht im Übrigen der Anschuldigung, die
Tiernahrungshersteller würden beim Rohstoffeinsatzin in unzulässiger
Weise sparen - denn Vitamine und Mineralien kosten auch Geld.

Gerücht Nr. 9: Fertignahrung macht angeblich Tiere krank.
Auf die Behauptung, wonach alle möglichen Krankheiten auf die
Fütterung mit Fertignahrung zurückzuführen wären, kann hier nur
allgemein bzw. beispielhaft eingegangen werden. Tatsache ist, dass
die Lebenserwartung von Hunden und Katzen seit den Achtziger Jahren
deutlich zugenommen hat: rund drei Jahre bei Katzen und über zwei
Jahre bei Hunden. Fachleute sind sich einig, dass diese Steigerung -
neben der verbesserten tiermedizinischen Versorgung - auch auf die
bessere Ernährung zurückzuführen ist, die mit der zunehmenden
Verbreitung von vorgefertigter Tiernahrung einhergeht.

Mit der höheren Lebenserwartung werden zwangsläufig auch
Krankheiten häufiger, die (ebenso wie beim Menschen) vor allem in
einem höheren Alter eintreten, das viele Tiere früher gar nicht
erreicht haben. Zu diesen Krankheiten zählen insbesondere Krebs und
Diabetes. Dazu kommt eine stark verbesserte Diagnostik bei den
Tierärzten, die heute oft ebenso gut ausgerüstet sind wie ihre
Kollegen von der Humanmedizin - wodurch viele Krankheiten erkannt und
behandelt werden, an denen Tiere früher vorzeitig gestorben sind.

Gerücht Nr. 10: Fertignahrung wird angeblich von den Herstellern
absichtlich mit zu hohen Dosierungsangaben versehen.
Alle Alleinfuttermittel (Produkte, die ohne Beigaben zur
alleinigen Ernährung des Tieres verwendet werden können) müssen laut
gesetzlicher Vorschrift eine Fütterungsempfehlung auf der Verpackung
enthalten. Diese Empfehlungen haben den durchschnittlichen Bedarf der
Tiere zu berücksichtigen, der mit Hilfe von Fütterungsuntersuchungen
ermittelt wird.
Dies kann jedoch nur ein Richtwert sein, da der tatsächliche
Nährstoffbedarf eines bestimmten Tieres sehr stark von individuellen
Faktoren wie Rasse, Alter, Aktivität und anderen Lebensumständen
abhängt. Dies ist bei Tieren nicht anders als bei Menschen. Auf
vielen Produkten wird aber dennoch speziell auch auf diesen Punkt
hingewiesen.

Klaus
24.04.2007, 13:25
Thema wurde geschlossen um die Informationen übersichtlich zu halten.
Diskussionen dazu bitte im offenen "Haltungs- und Ernährungsforum".