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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fährten auf der Wiese



Klaus S
16.05.2007, 09:50
:malilinks:
Ist es normal, dass Hunde auf der Wiese anders suchen als auf dem Acker.
Ich habe festgestellt, dass mein Hund auf der Wiese die Nase beim suchen viel höher hat, als auf dem Acker.
Er sucht auch schneller, findet aber das Ende.
Nimmt das Futter in der Fährt kaum auf.
Beim suchen auf der Wiese war das Gras ca. 25cm hoch.
Mit dem Hund habe ich ca. 20 mal gefährtet.
Der Hund ist 12 Monate.
Beim suchen auf dem Acker sucht er jeden Fußabdruck mit tiefer Nase. Nimmt aber auch kaum Futter auf.

old doggi
16.05.2007, 10:34
Wenn der Hund zum ersten mal auf einer Wiese suchen soll ,ist es besser mit einer kurzen, aber auch nicht frisch gemähten, Wiese zu beginnen, dann kommt so etwas selten bis gar nicht vor.

Futter auf der Fährte muß ein sehr intensives Aroma haben .
Ich nehme kleine Boulettenstücke oder ähnliches !
Wiese hat nun mal um ein vielfach stärkeres Geruchsbild ,wie blanker Acker !

Wichtig wäre noch das die Wiese anfangs nicht komplett feucht vom Morgentau oder so ist, damit zum Lernen die Bodenverletzungen, verbunden mit dem Indivigualgeruch, vom Hund besser wahrgenommen werden können.

Carnomerus
16.05.2007, 12:24
Hi,

um deine Frage zu beantworten, muss man folgendes wissen.
Der Hund nimmt beim Fährten die Verletzung des Bodens mit der Nase war, das sind zum einen die direkten Bodenverletzungen, die Verwesung von Microorganismen sowie der Geruch des Fährtenlegers.

Auf einem Acker fällt die direkte Bodenverletzung etwas niedriger aus, bedingt dadurch das hier kein lebendes Gras zertrampelt wurde. Dazu kommt das der Hund im Acker zum Teil auch gelernt hat jeden Fusstappen einzeln auszuschnüffeln, immerhin siehst du deine Abdrücke auch selber. Beim Fährten auf der Wiese kommt die sogenannte Geruchskurve zum tragen, dass heisst durch die Verletzung der Bodenstruktur zieht der Geruch der Fährte erstmal nach oben, nach ca. 15 min fängt diese Wolke langsam an sich wieder abzusetzen und nach einer halben Stunde liegt sie ungefähr wieder auf Bodenniveau. Deshalb sollte man diese Zeit auch beibehalten sobald der Hund weiss was Fährten ist. Fängst du zu früh an auf die getretene Fährte zu gehen, hängt die Wolke über der Fährte und der Hund wird dann auch mit hoher Nase anfangen zu suchen. Versuche von dahher mal deine Fährte etwas liegen zu lassen und erst ca. nach einer halben Stunde mit dem Hund dann die Fährtenarbeit zu beginnen. Wichtig ist auch das du die Wetterbedingungen berücksichtigst. Beste Zeit ist eigentlich wenn der Morgentau noch auf dem Gas liegt, ohne das es regnet, dann ist es auch noch nicht so schwül, immerhin ist die Fährtenarbeit für den Hund eine echte Kraftanstregung.

Hoffe ich konnte dir ein bisserl weiterhelfen.

Hella
16.05.2007, 17:52
Gut beantwortet, kann ich nur bestätigen. Habe mit meinem heute die PFHP bestanden, Quattro hat hier nach Bodenverletzungen und nach Individualgeruch gesucht. Der DH als Fährtenhund muß auch in der Lage sein, energiesparend zu arbeiten, sonst macht er sich als reiner !!!Bodenverletzungssucher 1.) völlig kaputt, wenn´s über längere Strecken geht und 2.) wird er nie durch eine Ortschaft kommen, wo er nur noch Individualgeruch hat (Bodenverletzungen somit nicht mehr vorhanden), weil er es einfach nicht gelernt hat, auch mit hoher Nase zu suchen.
Klingt vielleicht etwas verworren, es ist aber so.
Im Sportbereich wird nach meiner Kenntnis bei der Bewertung der Fährtenarbeit großen Wert auf Spurtreue und tiefe Nase gelegt, in der Praxis sieht´s aber völlig anders aus.
Hoffe, habe nicht zu viel mit Tatsachen verwirrt.