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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gefahr durch Zecken nicht unterschätzen



Mali-Maus
18.10.2007, 12:58
Noch bis Ende Oktober müssen Hunde- und Katzenfreunde mit den alljährlich auftretenden Zecken rechnen. Die Parasiten sind gefährliche Krankheitsüberträger sowohl für Mensch als auch für Tier. Weltweit gibt es mehr als 850 Zeckenarten, die Träger und Überträger unterschiedlicher Krankheitserreger sein können. In Bezug auf den Hund sind in Europa vor allem drei Zeckenarten von Bedeutung:

Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) lebt als Freilandzecke in Wäldern, Parks, hohen Wiesen und an Wegrändern. Der gemeine Holzbock befällt vorwiegend Hunde und Katzen, aber auch den Menschen und andere Tierarten. Er spielt als Krankheitsüberträger der Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bei Hund und Mensch eine wichtige Rolle.

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) wurde aus mediterranen Urlaubsländern nach Deutschland eingeschleppt und hält sich sowohl in Zwingern und Ställen, aber auch in Wohnungen auf, wo sie sich auch schnell vermehren kann. Die braune Hundezecke befällt bevorzugt den Hund, auf den sie sowohl die Babesiose als auch die Ehrlichiose übertragen kann.

Die Bunt- oder Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist gekennzeichnet durch ein marmoriertes Rückenschild und bevorzugt als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. Als Wirt dienen der Buntzecke oder Auwaldzecke große Haus- und Wildsäugetiere, aber auch Hunde. Sie spielt als Überträger der Babesiose zunehmend auch in Deutschland eine große Rolle.

Eine Zecke macht vier Entwicklungsstadien durch, ehe sie "erwachsen" ist: Ei, Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. Um sich vom Larvenstadium in die nächsten Stadien weiterzuentwickeln, benötigt sie Blut von ihren Wirten. Das ist der Grund, warum Mensch und Tier von ihr befallen werden. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte empfiehlt, Hunde und Katzen impfen zu lassen und Spot-on Präparate zu benutzen, um die Schädlinge abzuwehren.

“Ein Absuchen des Hundes nach jedem Spaziergang und bei der Katze nach dem Freigang sollte eine Selbstverständlichkeit sein, um die Gefahren etwas einzuschränken.” so Philip McCreight, Leiter von Europas größtem Haustierzentralregister TASSO.



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Darcy
18.10.2007, 22:53
Dazu noch folgende Zusatzinfo:

Wer durch Wälder und Wiesen gestreift ist, sollte hernach nicht nur seine Haut, sondern auch die Kleidung nach Zecken absuchen. Für diese Ansicht sprechen Versuche eines amerikanischen Forschers. Ein Gang in der Waschmaschine kann den kleinen Spinnentieren demnach nur wenig anhaben.

Ebenso wie auch der nahe verwandte Gemeine Holzbock, kann Ixodes scapularis Erkrankungen wie FSME und Borreliose übertragen.

Erst der Wäschetrockner macht ihnen zuverlässig den Garaus, ermittelte John Carroll vom Forschungsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums. Der Entomologe hatte eine lebende Schildzecke in der Trommel seiner Waschmaschine entdeckt und daraufhin beschlossen, die Widerstandsfähigkeit der potenziellen Krankheitsüberträger systematisch auf die Probe zu stellen.

Carroll setzte Jugendstadien und ausgewachsene Exemplare zweier Zeckenarten (Amblyomma americanum und Ixodes scapularis) in Beutel aus feinem Netzstoff. Diese Beutel wusch er in der Maschine bei verschiedenen Temperaturen und mit oder ohne Waschmittel. Der Großteil der Tiere überstand die Prozedur, lediglich eine hohe Waschtemperatur in Kombination mit Waschmittel reduzierte die Überlebensrate der Ixodes-Holzböcke auf 25 Prozent.

Um wirklich alle Zecken abzutöten, mussten die Beutel für mindestens eine Stunde in den Wäschetrockner gegeben werden, ermittelte Carroll. Der Effekt stellte sich allerdings nur ein, wenn das Trockengebläse auf Höchsttemperatur arbeitete. Einen Trockengang mit ungeheizter Luft überstanden wiederum bis zu 50 Prozent der Tiere.

Forschung: John F. Carroll, ARS Animal Parasitic Diseases Laboratory, Beltsville, Maryland

Quelle:
http://www.scienceticker.info/2007/10/08/zecken-ueberleben-waschgang/