Dine
08.04.2008, 08:26
Was haltet ihr von dem folgenden Artikel?
BARF oder nicht BARF?
Von Gitta Vaughn, Texas
BARF taucht immer häufiger als Stichwort im Alltag auf. Was steckt hinter dieser Abkürzung? BARF steht für "Bones And Raw Food" (Knochen und Rohes Futter) aber auch für "Biologically Appropriate Raw Foods" (Biologisch Angemessenes Rohes Futter). Eine Barferin deutschte es in "Biologisches Artgerechtes Rohes Futter" ein.
"Bones And Raw Food" als Bezeichnung wurde von der Kanadierin Debbie Tripp erfunden, wobei sie zuerst den wenig schmeichelhaften Namen "Born Again Raw Freaks" erfand. Ihr erschien diese Fütterungsmethode suspekt und sie führte hitzige Debatten mit einem BARF-Anhänger und -Züchter in Australien. Aber nach und nach schien ihr BARF Sinn zu machen. Sie begann ihre eigenen Hunde so zu ernähren und änderte den wenig schmeichelhaften Namen.
Debbie Tripp hat also den Namen erfunden, aber die zugrunde liegende Idee stammt von dem australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst. Vor 20 Jahren begann er den Zusammenhang zwischen industriell hergestelltem Futter und Hundekrankheiten zu erforschen. 1993 veröffentlichte er seine Erkenntnisse und seine Fütterungsmethode in seinem ersten Buch "Give Your Dog A Bone".
Die Grundidee seines Ernährungsprogrammes beruht auf der evolutionären Entwicklung des Haushundes. Über Millionen von Jahren hat sich der Vorfahre des Hundes fast unverändert von roher tierischer und pflanzlicher Kost ernährt. Im Zuge der Domestikation bereicherte sich der Speiseplan um menschliche Abfälle und Tischreste, eine äusserst abwechslungsreiche Ernährung, die sich über Tausende von Jahren nicht wesentlich änderte. Eine Ernährung, an die der Hund physiologisch angepasst ist, auch es heute noch.
Die industrielle Futterherstellung ist etwa 70 Jahre jung und brachte eine radikale Änderung. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand die Nahrung hauptsächlich aus rohen fleischigen Knochen, zu einem geringeren Anteil an Muskelfleisch, Innereien und anderen vollwertigen Rohstoffen tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Gekochte Nahrung und Getreide machten nur einen ganz kleinen Teil aus. Fertigfutter besteht aus intensivst verarbeiteten, gekochten Produkten. Die ursprünglich weite Palette ist auf wenige Zutaten geschrumpft und besteht auf einer Getreidebasis.
Billinghurst wurde schnell klar, dass 70 Jahre evolutionsmässig nicht ausreichen für eine Anpassung des Organismus an solch eine radikale Änderung und gesundheitliche Schäden verursachen muss.
Im Zuge der industriellen Futterherstellung wurde dem Halter erklärt, nur die Futterindustrie sei in der Lage, gesundes und ausgewogenes Futter herzustellen. Selber kochen würde zwangsläufig zu Über- bzw. Unterversorgung mit Nährstoffen, Vitaminen etc. führen und somit die Gesundheit des Hundes gefährden. Eine absurde Annahme, weil es Tüten und Dosen erst seit wenigen Jahrzehnten gibt und auch heute noch nicht in jeder Ecke der Welt. Und die Hunde gediehen und gedeihen trotzdem seit mindestens 15 000 Jahren, oder deshalb?
Das Konzept von BARF führt zurück zu einer biologisch artgerechten Ernährung, so wie die Hunde früher auch ernährt wurden. Mit dem, was gerade da war und ohne grosse Aufregung, Bücher brauchte der Halter von damals auch nicht. Man wusste einfach, wie es ging. Leider haben wir vieles davon vergessen und Probleme damit, diesen eher instinktiven und mehr naturverbundenen Umgang mit dem Hund wieder zu beleben. Wir suchen die Lösung in fertigen Rezepten und mathematischen Formeln.
BARF liefert jedoch keine Kochrezepte, die mit "man nehme" anfangen. Vom Halter wird erwartet, dass er sich mit den evolutionsbedingten Prinzipien auseinandersetzt, sie versteht und dann im Alltag umsetzt. Es sind einfache Prinzipien, ohne Schnörkel, aber sie müssen erarbeitet werden. Wer das allerdings gepackt hat, braucht auch keine Kochrezepte oder Taschenrechner. Der Mensch kauft dann das, was gerade saisonbedingt und regional günstig zu haben ist und stellt damit den Speiseplan zusammen.
Billinghurst stellt sich auch gegen die Behauptung, dass jede Hundemahlzeit komplett ausgewogen sein muss. Welcher Wildcanide hätte so überlebt? Gefressen wird, was verfügbar ist. Die Ausgewogenheit stellt sich automatisch im Verlauf mehrerer Mahlzeiten ein, was bei der ausserordentlich vielseitigen Ernährung der Wildcaniden nie ein Problem darstellte. Auch nicht bei der Hundeernährung der Vergangenheit.
Genau so sieht die BARF Methode aus. Ausgewogenheit und Balance wird durch eine breite Palette an Rohstoffen über mehrere Mahlzeiten erreicht. Vitamine, Mineralien und Spurenelemente werden zugesetzt um eine optimale Versorgung sicherzustellen. Hierzu macht Billinghurst in seinen Büchern konkrete Angaben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt von BARF ist die Trennung von fleischigen Knochen und pflanzlicher Kost in den Mahlzeiten. Dies hat einerseits rein praktische Gründe: die meisten Hunde würden sich über die Knochen hermachen und das Gemüse liegen lassen. Gibt es aber in einer Mahlzeit keine Knochen, gibt es auch keine Wahlmöglichkeit.
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BARF oder nicht BARF?
Von Gitta Vaughn, Texas
BARF taucht immer häufiger als Stichwort im Alltag auf. Was steckt hinter dieser Abkürzung? BARF steht für "Bones And Raw Food" (Knochen und Rohes Futter) aber auch für "Biologically Appropriate Raw Foods" (Biologisch Angemessenes Rohes Futter). Eine Barferin deutschte es in "Biologisches Artgerechtes Rohes Futter" ein.
"Bones And Raw Food" als Bezeichnung wurde von der Kanadierin Debbie Tripp erfunden, wobei sie zuerst den wenig schmeichelhaften Namen "Born Again Raw Freaks" erfand. Ihr erschien diese Fütterungsmethode suspekt und sie führte hitzige Debatten mit einem BARF-Anhänger und -Züchter in Australien. Aber nach und nach schien ihr BARF Sinn zu machen. Sie begann ihre eigenen Hunde so zu ernähren und änderte den wenig schmeichelhaften Namen.
Debbie Tripp hat also den Namen erfunden, aber die zugrunde liegende Idee stammt von dem australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst. Vor 20 Jahren begann er den Zusammenhang zwischen industriell hergestelltem Futter und Hundekrankheiten zu erforschen. 1993 veröffentlichte er seine Erkenntnisse und seine Fütterungsmethode in seinem ersten Buch "Give Your Dog A Bone".
Die Grundidee seines Ernährungsprogrammes beruht auf der evolutionären Entwicklung des Haushundes. Über Millionen von Jahren hat sich der Vorfahre des Hundes fast unverändert von roher tierischer und pflanzlicher Kost ernährt. Im Zuge der Domestikation bereicherte sich der Speiseplan um menschliche Abfälle und Tischreste, eine äusserst abwechslungsreiche Ernährung, die sich über Tausende von Jahren nicht wesentlich änderte. Eine Ernährung, an die der Hund physiologisch angepasst ist, auch es heute noch.
Die industrielle Futterherstellung ist etwa 70 Jahre jung und brachte eine radikale Änderung. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand die Nahrung hauptsächlich aus rohen fleischigen Knochen, zu einem geringeren Anteil an Muskelfleisch, Innereien und anderen vollwertigen Rohstoffen tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Gekochte Nahrung und Getreide machten nur einen ganz kleinen Teil aus. Fertigfutter besteht aus intensivst verarbeiteten, gekochten Produkten. Die ursprünglich weite Palette ist auf wenige Zutaten geschrumpft und besteht auf einer Getreidebasis.
Billinghurst wurde schnell klar, dass 70 Jahre evolutionsmässig nicht ausreichen für eine Anpassung des Organismus an solch eine radikale Änderung und gesundheitliche Schäden verursachen muss.
Im Zuge der industriellen Futterherstellung wurde dem Halter erklärt, nur die Futterindustrie sei in der Lage, gesundes und ausgewogenes Futter herzustellen. Selber kochen würde zwangsläufig zu Über- bzw. Unterversorgung mit Nährstoffen, Vitaminen etc. führen und somit die Gesundheit des Hundes gefährden. Eine absurde Annahme, weil es Tüten und Dosen erst seit wenigen Jahrzehnten gibt und auch heute noch nicht in jeder Ecke der Welt. Und die Hunde gediehen und gedeihen trotzdem seit mindestens 15 000 Jahren, oder deshalb?
Das Konzept von BARF führt zurück zu einer biologisch artgerechten Ernährung, so wie die Hunde früher auch ernährt wurden. Mit dem, was gerade da war und ohne grosse Aufregung, Bücher brauchte der Halter von damals auch nicht. Man wusste einfach, wie es ging. Leider haben wir vieles davon vergessen und Probleme damit, diesen eher instinktiven und mehr naturverbundenen Umgang mit dem Hund wieder zu beleben. Wir suchen die Lösung in fertigen Rezepten und mathematischen Formeln.
BARF liefert jedoch keine Kochrezepte, die mit "man nehme" anfangen. Vom Halter wird erwartet, dass er sich mit den evolutionsbedingten Prinzipien auseinandersetzt, sie versteht und dann im Alltag umsetzt. Es sind einfache Prinzipien, ohne Schnörkel, aber sie müssen erarbeitet werden. Wer das allerdings gepackt hat, braucht auch keine Kochrezepte oder Taschenrechner. Der Mensch kauft dann das, was gerade saisonbedingt und regional günstig zu haben ist und stellt damit den Speiseplan zusammen.
Billinghurst stellt sich auch gegen die Behauptung, dass jede Hundemahlzeit komplett ausgewogen sein muss. Welcher Wildcanide hätte so überlebt? Gefressen wird, was verfügbar ist. Die Ausgewogenheit stellt sich automatisch im Verlauf mehrerer Mahlzeiten ein, was bei der ausserordentlich vielseitigen Ernährung der Wildcaniden nie ein Problem darstellte. Auch nicht bei der Hundeernährung der Vergangenheit.
Genau so sieht die BARF Methode aus. Ausgewogenheit und Balance wird durch eine breite Palette an Rohstoffen über mehrere Mahlzeiten erreicht. Vitamine, Mineralien und Spurenelemente werden zugesetzt um eine optimale Versorgung sicherzustellen. Hierzu macht Billinghurst in seinen Büchern konkrete Angaben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt von BARF ist die Trennung von fleischigen Knochen und pflanzlicher Kost in den Mahlzeiten. Dies hat einerseits rein praktische Gründe: die meisten Hunde würden sich über die Knochen hermachen und das Gemüse liegen lassen. Gibt es aber in einer Mahlzeit keine Knochen, gibt es auch keine Wahlmöglichkeit.
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