Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fährtenarbeit
Schwedin
21.07.2004, 21:31
Wie sieht eure Fährtenarbeit aus? Bin neugierig, denn hier in Schweden hat man sicher zum Teil andere Ideen ( und Voraussetzungen ) :rolleyes:
Was mich interessiert ist, ob ihr euren Hund in der Fährte korrigiert. Was macht ihr, wenn der Hund ueber einen Winkel geht? Wieviel "steuert" ihr euren Hund in der Fährtenarbeit? Habe ein deutsches älteres Buch gelesen ( Grundausbildung fuer Gebrauchshunde) und diese Metoden waren mir fremd. Arbeitet man immernoch so ?(
Ich versuche den Hund so wenig wie möglich zu beeinflussen, sondern er muss "selber" lernen was richtig ist. Meine Beeinflussung liegt darin, dass ich die Fährte so lege, dass ich mein Trainingsziel erreiche, denn Fährten tut der Hund freiwillig ohne Zwang. Wenn den Hund ueber einen Winkel geht, "lese" ich den Hund und sehe, dass er falsch ist. Da bleibe ich stehen und warte, dass der Hund die Fährte einringt.
Wenn man den Hund zu viel beeinflusst glaube ich, dass
- der Hund unsicher wird und seinen Hundefuehrer "fragt"
- der Hund unselbstständig wird ( und ich weiss wohl kaum wo die Fährte ist, wenn wir mitten im Wald stehen)
- der Hund manchmal "nur so tut" als ob er auf der Fährte ist, weil der Hundefuehrer sonst böse wird
Was glaubt ihr?
vardenfall
21.07.2004, 22:43
Ha! Endlich ein angenehmes Thema! :D Ich bringe meinem Hund das Fährtenlesen mit Trockenfutter bei. Bei manchen muß es auch kleingewürfelte Wurst vom Metzger sein, je nach Geschmack ;) Die Fährte sollte zu Beginn natürlich einfach sein, d.h. erstmal eine Gerade, in etwas höherem Gras und in kleinsten Schritten niedergetrampelt. Durch die dicht gestreuten Leckerlis lernt der Hund, die Fährte nicht entlangzurasen, sondern jeden Zentimeter nach den Leckerlis abzusuchen. An Winkeln streue ich dann immer etwas mehr, so daß der Hund verharrt und genauer sucht. Die Fährte verfolgt er quasi so nebenbei. Mit der Zeit werden die Fährten länger, das Gras niederiger, die Leckerlis etwas weniger, dann auch mal ohne, aber doch immer wieder mit Leckerlis trainieren, um die Laune hochzuhalten. Die Schritte beim Fährtenlegen sollten natürlich auch zu normalen Abständen übergehen, Perfektionisten legen in JEDEN Schuhabdruck ein Leckerli, damit der Hund auch genau schnuffelt. Geht allerdings mit der Zeit auf die Bandscheiben (des Hundeführers) :)) Korrigieren kann man den Hund ja durch die lange Fährtenleine und das Fährtengeschirr.
Bei meinem funzt das fährten auf jedenfall sehr gut. Vielleicht hat er aber auch einfach Talent und alles oben beschriebene ist Quark :P :P :P
Schwedin
22.07.2004, 22:04
Ja, so habe ich auch mit der Fährtenarbeit mit meinem Mali angefangen :)
Er hat's jedenfalls gelernt. Er liebt die Fährtenarbeit. Tja, er hat es nur etwas eilig und ich muss ihn kräftig bremsen. Unsere Hunde sind ja etwas explosiv :D
vardenfall
23.07.2004, 00:44
Stimmt, die rasen am liebsten eine Fährte im Rekordtempo ab :) meiner läßt sich allerdings durch leckere Sachen ziemlich gu t bremsen. Diese dürfen aber auch wirklich nur zu erschnüffeln sein, auf keinen Fall darf er die Leckerlis sehen. Eventuell mit Gras verdecken. Auch die Abstände und die Menge sollte variieren. Dann muß er einfach mit der Nase runter und langsam suchen :such: ...funktioniert ...meistens...:]
vardenfall
31.07.2004, 02:36
Hi Schwedin!
Du hast geschrieben:
"Wie sieht eure Fährtenarbeit aus? Bin neugierig, denn hier in Schweden hat man sicher zum Teil andere Ideen"
Wie läuft das Fährten in Schweden?
Gruß an Michel
:pfote:
Schwedin
31.07.2004, 17:23
Ja, das ist natuerlich individuell wie man trainiert.
Unsere Wettkämpfe hier gehen sicher etwas anders ab wie bei Euch, ich weiss aber nicht viel ueber die deutschen Verhältnisse ?( In der höchsten Klasse muss der Hund eine 1500m lange und ca.2 Stunden alte Fährte aufnehmen, die Richtung bestimmen und 8 auf der Fährte liegende Holzstöckchen markieren. Man hat 35 Minuten Zeit. Verpasst man das letzte Stöckchen, kann man nach Hause fahren :(
Der Richter ist nur am Anfang dabei und sieht ob der Hund die Fährte findet und ob die Richtung stimmt. Danach ist man alleine, in der Regel im Wald. Am Ende ist der Fährtenleger, zählt Stöckchen und schreibt die Zeit auf.
Dann macht man noch Unterordnung und Aufsuchen von vier Gegenständen auf einer Fläche von 50 * 50.
Viele Hundefuehrer hier legen nicht so grossen Wert darauf, dass der Hund exakt im Kern geht ( aber das will ich ) und es geht sicher auch etwas schneller.
Es ist ueblich, dass man folgenderweise anfängt: Man geht vielleicht 30 m und legt ein Spielzeug zum Schluss. Eventuell kann der Hund seinen Fuehrer verschwinden sehen. Dann lässt man einfach den Hund an der Leine fährten.
Meiner Meinung nach nicht die beste Metode fuer einen Mali :rolleyes:
Weiss viele Malibesitzer, die mit der Leckerchenmetode arbeiten ;)
Schwedin
vardenfall
18.08.2004, 02:27
Hi Schwedin
Wie macht ihr das mit dem Aufsuchen von Gegenständen 50 x 50? Muß der Hund das verweisen durch Platz vor dem Gegenstand vornehmen?
Die Methode beim Fährtenüben mit dem Spielzeug zum Schluß würde bei meinem Mali (vermutlich bei vielen anderen auch) nur zum überhasteten Absuchen der Fährte führen. Ich denk mal, durch die vielen Leckerlis alle Zentimeter sucht er genauer. Viele legen auch am Ziel eine Tupper-Dose mit besonders viel Leckerlis. Zeigt der Hund diese auch durch sauberes Verweisen an, gibts Leckerlis satt!! :)
Letztendlich gibts aber wie immer keine ultimative Lösung dafür, jeder Hund ist anders.
Gruß vardenfall :pfote:
Hallo Schwedin,
ich arbeite nach einer abgewandelten Methode von Bernd Föry.
Und so gehts: Man markiert mit 4 kleinen Steinchen ein Quadrat von 1 x 1 m. Dann tritt man das gesamte Quadrat flächendeckend ab und verteilt anschließend sehr kleingeschnittene Leckerlis darauf. (der Mali schaut die ganze Zeit zu und wird von einer Hilfsperson gehalten). Dann führt man den Hund an das Quadrat und läßt ihn die Leckerlis bis auf die letzten ca. die 5-8 Stück fressen. Während er noch frißt hebt man ihn heraus und führt den Hund weg (steigert die Lust fürs nächste Mal).
Hat man dies ein paar mal gemacht wird man sehen wie schnell sich der Hund wieder ins Quadrat orientiert sollte er mal es mal verlassen.
Im weiteren Verlauf der Übungsstunden wird aus dem Quadrat ein Dreieck und wieder umgekehrt. So der Abgang sitzt jetzt :)
Jetzt führt irgendwo am Quadrat oder Dreieck eine Fährte ab. Und zwar einspurig. Das heißt beim Legen einen Fuß vor den anderen setzen und in jeden Fußtritt ein KLEINES Leckerli. Außerdem wird keine Gerade gelegt sondern Schlangenlinien, Halbbögen oder Kreise (man will ja schließlich nicht nur blindes Vorauslaufen lernen).
Wenn auch das klappt steigert man langsam die Länge bzw. baut ganz langsam die Leckerlis ab und nimmt statt dessen mit anderen Leckereien gefüllte Filmdöschen die teilweise teilweise vergraben werden.
Noch eine Anmerkung zum Gelände. Von Anfang an schweres (für den Menschen) Fährtengelände auswählen. Z. B. kurz gemähter Rasen, umgekrubberter Acker mit Heu drauf etc.
KEINE ANGST DAS MALI-NÄSCHEN MACHT DAS SCHON. :cool:
PS: Funktioniert auch bei Hunden die es anders gelernt haben, aber wo's nicht richtig klappt
Beste Grüsse und bis später
Eckhard
;)
@ Eckhard !
Sag mal, meene Kleene hat noch keine Fährte gemacht, weil ich zu faul dazu bin !
Vermutlich werde ich erst ab ca. 1 Jahr in die Fährte gehen !
Bei der 4 Jährigen habe ich mangels Fährtenkenntnisse auch erst spät angefangen ( 1 Jahr ) mit vollem Erfolg!
Die Malimaus ist aber sehr lernbegierig, und ich sehe wie bei der Schwarzen keine Bedenken, mal später anzufangen, zumal die Belgier Spätentwickler sind !
Was sagst Du dazu ?
Und wenn, dann mach ich sowieso anfangs nur Gemeinschaftsfährten, die Kleene sucht sonst Mäuse 8o !
Lg Loups
Hallo Loups,
ich fange mit ca. 9 Wochen an zu fährten (was Hänschen nicht lernt ....)
Im Prinzip ist es aber egal wann man anfängt. Wenn der Hund hinterher super sucht hat man alles richtig gemacht.
Beste Grüsse und bis später
Eckhard
:) :)
@ Eckhard !
Ich sehe das auch so !
Ich übe sowieso nur mit Profis am Anfang, zuletzt mit Boxerhalter und Fährtenfreak :D !
Das bringt mehr, als Quantität ohne Ende ohne Qualität!
Und was der Belgier einmal lernt, egal wann, und es ihm Spaß macht,
das vergißt das belgische köpfchen nicht !
Danke für Deine Bestätigung meiner Frage :)!
LG Loups
Schwedin
21.08.2004, 00:28
Hi Vardenfall!
Das Aufsuchen von Gegenständen geht so ab, dass man den Hund systematisch das Viereck durchsuchen lässt und gefundene Gegenstände apportiert werden. Die Gegenstände können aus unterschiedlichen Materialien sein, z.B. kleine Lederteile ( Schluesselmäppchen oder ähnliches ). Gibt es etwas Ähnliches bei Euch?
Hi Eckard!
Interessante Metode!
Ich fange auch frueh mit dem Fährten an - frueh uebt sich!
Gruesse
Schwedin
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